Ausstellung: Bibelfester Rembrandt

Das Wiener Diözesanmuseum zeigt Radierungen Rembrandts - eine feine Ergänzung zur Albertina-Schau.

Wie eine Zweigstelle der Albertina präsentiert sich neuerdings das Erzbischöfliche Dom- und Di özesanmuseum in Wien. Im Herbst geriet die große Dürer-Schau in der Albertina zum Bestseller, und parallel dazu war auch das Diözesanmuseum mit seinen Druckgrafiken gut besucht. Nun wird die Parallelaktion mit Rembrandt (1606 bis 1669) fortgesetzt. Die Albertina zeigt eine umfangreiche Werkschau, die einen opulenten Eindruck vom gesamten Schaffen des niederländischen Meisters verschafft, und am Stephansplatz widmet man sich der Druckgrafik Rembrandts, vor allem seinen Radierungen. An die 50 Blätter wurden vom Kupferstichkabinett der Akademie der Bildenden Künste zur Verfügung gestellt.

Im Zentrum der Ausstellung stehen die religiösen Motive des Künstlers, dramatische Szenen wie die Verkündigung des Engels an die Hirten oder Jesus und die Jünger von Emmaus, bei denen Rembrandt seine Meisterschaft in der Darstellung des Lichtes zeigt. Zum Vergleich sind auch zwei Stiche von Jacques Callot (1592 bis 1635) ausgestellt, der neben Caravaggio zu den Vorbildern des Niederländers zählte.

Die Experimentierfreude Rembrandts zeigt sich auch in den Selbstporträts, mit ihrem reflexiven Spiel des Verbergens und Enthüllens: Rembrandt als Bettler und Orientale, als reicher Bürger und junger Mann, der seinen direkten, fragenden Blick unter einem Schatten verschwinden lässt. Ein Raum mit Aktzeichnungen zeigt die Vorliebe des Zeichners für gewöhnliche Modelle. Nichts wird geschönt, das Derbe, Hässliche detailreich dargestellt. Nicht zu übertreffen sind die Landschaftsdarstellungen, in denen der Wechsel von Licht und Schatten ungeheure Stimmungen erzeugt. Bei Rembrandt wird alles dramatisch. Die Radierung hat er in allen Facetten ausgereizt.

"Rembrandt - Druckgrafik", Wien 1, Stephansplatz 6, bis 31. Juli, Dienstag bis Samstag von 10 bis 17 Uhr. 5 €, Senioren 4 €.

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.