Hygiene in der S-Bahn

Läuse in der S-Bahn: Warum Züge immer wieder eingezogen werden

Ein Mann, der mit Läusen übersät ist, steigt immer wieder in Züge der S-Bahn ein. Das sort für Zugausfälle.
Ein Mann, der mit Läusen übersät ist, steigt immer wieder in Züge der S-Bahn ein. Das sort für Zugausfälle.Imago
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Ein verwahrloster Mann, der offenbar sichtbar von Läusen übersät ist, steigt seit ein paar Wochen in Züge der ÖBB ein und sorgt dabei für Ekel, aber auch für Zugausfälle. Was tun?

Es ist ein soziales Problem. Ein offenbar körperlich und psychisch verwahrloster Mann steigt seit ein paar Wochen immer wieder in Züge des Schnellbahnnetzes ein. Die Krone berichtete als Erstes darüber. Einmal gab es einen Fall in der S7, einmal auf der Strecke Wien-Meidling – Floridsdorf. Das Problem dabei: Der Mann dürfte sichtbar mit Läusen versehen sein, was nicht nur zu Ekel bei anderen Fahrgästen führt, sondern auch ein veritables hygienisches Problem ist.

Der Zug wird komplett gereinigt

Zur Sicherheit ziehen die ÖBB nämlich jedes Mal, wenn der Mann in einem der Züge erwischt wird, „den Zug aus dem Verkehr, um ihn zu reinigen“, sagt ein Sprecher der ÖBB zur „Presse“. Eine reine Vorsichtsmaßnahme. Denn Gefahr bestehe eigentlich nicht. „Normalerweise gehen Läuse nicht auf Stoffe, sondern werden von Kopf zu Kopf übertragen“, so der Sprecher.

Wobei freilich eine andere Übertragung nicht gänzlich ausgeschlossen ist. Auf der Homepage des Gesundheitsministeriums heißt es jedenfalls: „Die Übertragung erfolgt durch das Überwandern einzelner Kopfläuse von einem Kopf zum andern, oder auch durch verlauste Gegenstände, wie Kopfbedeckungen, Kleidung, Decken, Kämme, Bürsten, Kuscheltiere.“

Gesundheitsbehörden informiert

Mehr als den Mann aus dem Zug zu ordern und ihn außerdem am Einsteigen zu hindern, können die ÖBB nicht tun. „Wir können nicht sozialtherapeutisch arbeiten“, sagt der Sprecher. Die Gesundheits- und Sozialbehörden seien informiert. Inwiefern diese tätig werden können, wenn der Mann jegliche Hilfe verweigert, könne der Sprecher aber nicht sagen.

Täglich fahre der Mann übrigens nicht mit der S-Bahn. Ihn vor dem Einstieg zu erwischen, sei aber schwierig. Meistens steige er bei kleineren Haltestellen ein und nicht an Knotenpunkten, wie am Bahnhof Wien-Meidling. Fest steht, dass der Mann jedes Mal mit seinem Einsteigen einen Komplettausfall des Zuges produziert. Denn es wird nicht nur der Waggon, in dem er erwischt wird, aus dem Verkehr gezogen, sondern der komplette Zug.

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