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Grüne Wende: Wie Österreichs Industrie überlebt

In Donawitz arbeitet die Voestalpine daran, klimafreundlichen Stahl zu erzeugen.
In Donawitz arbeitet die Voestalpine daran, klimafreundlichen Stahl zu erzeugen. Günther Peroutka/WB
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Wie viel grüne Energie braucht es, damit unsere Fabriken weiter laufen? Die steirische Industrie lässt sich als Erste in die Karten blicken – und weist so den Weg für ganz Österreich.

Wien/Graz. Im Grunde gibt es zwei Varianten: Sollen Österreichs Emissionen sinken, können wir entweder weiträumig Unternehmen schließen, wie es der Science Complexity Hub gerade vorgerechnet hat. Oder die Industriebetriebe erzeugen ihre Waren künftig umweltfreundlicher. Das Bekenntnis von Politik und Unternehmen zur Dekarbonisierung der Wirtschaft ist längst da: Die grüne Wende müsse eben gelingen, heißt es da wie dort.

Aber viel konkreter wird es meist nicht. Und so weiß im Land niemand genau, wie das Kunststück gelingen soll, ja noch nicht einmal, wie viel saubere Energie einst notwendig sein wird, um die Begrünung der Wirtschaft zu ermöglichen. Genau diese Lücke will die steirische Industrie gemeinsam mit der Energie Steiermark nun erstmals schließen.

2030 nur halb so viel Gas

Es ist kein Zufall, dass die Initiative aus der Steiermark kommt. Das Bundesland beheimatet überdurchschnittlich viele energieintensive Industriebetriebe, die zudem meist von fossilem Erdgas abhängen. 22 von ihnen, von der Voestalpine über den Papierkonzern Sappi, Wienerberger, AT&S, Magna und RHI Magnesita bis zum Zementfabrikanten Holcim, haben daher erstmals gegenüber dem Landesenergieversorger Energie Steiermark offengelegt, wie ihre konkreten Ausbaupläne in der Region aussehen und wie sie ihren Energiehunger künftig stillen wollen. Gemeinsam stehen die Betriebe für 85 Prozent des industriellen Gasverbrauchs und 45 Prozent des Stromverbrauchs in der Steiermark. Anders als bei bisherigen Schätzungen steht nun hinter jeder Zahl ein konkretes Investitionsvorhaben. Das sei eine Planungsgrundlage für die Energiewirtschaft, die es bis dato nicht gab, sagt Martin Graf, der frühere Energieregulator und heutige Finanzvorstand der Energie Steiermark. Und die Zahlen sind beachtlich.

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