Musikfestival: Drei Tenöre und das Magnificat

Beim Klangraum Waidhofen gab es zum Abschluss ein Barock-Clubbing sowie Renaissance-Musik mit dem Clemencic Consort.

Sommer-Kulturfestivals sind oft eine halbernste Angelegenheit. Die Veranstalter scheinen darauf zu vertrauen, dass die weite Anreise, der Charme der Umgebung und die (hoffentlich) hohen Temperaturen das Publikum eines Teils seiner Kritikfähigkeit berauben würden. Nicht so Thomas Bieber, der für den Klangraum Waidhofen/Ybbs (eine Presse-Kooperation) ein ambitionierten Programm mit exzellenten Künstlern zusammengestellt hat. Und so das kleine Städtchen südlich von Amstetten für ein Monat zur geheimen Kulturhauptstadt Niederösterreichs gemacht hat.

Renald Deppe (er wird für das Mozartjahr 2006 eine Kinderoper komponieren) vertonte - eigens für das Festival - Charlie Chaplins "Modern Times" neu. Robert Schindel kam zu philosophischen Gesprächen in die Türmerstube des Stadturmes - und Peter Simonischek stellte den Renaissancefürsten, Mörder und Komponisten Gesualdo vor.

Das Abschluss-Wochenende stand ganz im Zeichen der Alten Musik: Die DJs "Foxy Twins" gestalteten am Freitag ein "Barockes Clubbing" in der alten Bene-Fabrik, tags darauf konnte man von Ren© Clemencic zunächst eine Einführung in die geistliche Musik des 15. Jahrhunderts hören.

Danach spielte das Clemencic Consort in der Klosterkirche Waidhofen Guillaume Dufays "Magnificat". Ein würdiger Abschluss: Aus anderen Sphären scheint diese Lobpreisung Mariens zu kommen, eine musikalische Meditation, die aber auch von enormer Lebensfreude zeugt, entsteht da aus dem Zusammenspiel von Orgelpositiv (Ren© Clemencic), Zink (Jean-Pierre Canihac) und drei Tenören (Bernd Lambauer, James Curry und Countertenor Terry Wey).

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