Sprechblase

Familienleben greift in das Privatleben ein

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SprechblaseClemens Fabry
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Sprechblase Nr. 540. Warum „familiär“ als Werbemittel verlockend ist.

Es ist bemerkenswert. Auf der einen Seite behaupten Unternehmen, dass sie das mit der Work-Life-Balance verstanden haben, sie finden sie wichtig und richtig und so fort. Schade, dass die Trennung von Arbeit und Leben, höflich ausgedrückt, ein Missverständnis ist (Arbeit ist Teil, nicht Gegenteil des Lebens). Auf der anderen Seite gibt es Unternehmen, die damit werben, wie – Achtung, Sprechblase – familiär es bei ihnen zugeht. Meist ohne zu sagen, was das bedeutet.

Im besten Fall heißt es, die Beteiligten arbeiten freundschaftlich und vertrauensvoll miteinander. Alle, die das in ihrer Herkunftsfamilie so erleben, dürfen dafür dankbar sein. Aber es gibt auch andere Familien, in denen der Ton recht rau ist oder gar nicht miteinander gesprochen wird.

Dass der Hinweis auf die familiären Zustände einer der Gründe dafür ist, dass es Unternehmen, die damit werben, nicht unbedingt leichter fällt, gutes Personal zu finden, ist nur eine zugespitzte Unterstellung.

michael.koettritsch@diepresse.com

In der „Sprechblase“ spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts „Management & Karriere“ in der „Presse“, wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Management- und Business-Sprechs auf und nach.

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