Film: Herztod während Jesus-Film

Ein Todesfall überschattet in den USA die Diskussion über Mel Gibsons "The Passion of Christ".

Während der besonders blutigen Szene der Kreuzigung Jesu brach laut eines TV-Berichts eine etwa 50-jährige Frau in einem Kino im US-Bundesstaat Kansas zusammen: Herzattacke. Die Vorführung wurde unterbrochen. Kurze Zeit später erklärten Ärzte die Frau für tot. Die Behörden ordneten eine Autopsie zur genauen Klärung der Todesursache an.

Dieses tragische Ereignis überschattet die Diskussion über Mel Gibsons Film "The Passion of Christ", der in der Nacht auf Donnerstag in 3006 US-Kinos angelaufen ist. Auch zur Premiere gab es wieder Proteste: etwa in New York, wo sich Dutzende Menschen vor den Kinos versammelten und kritisierten, Gibson trage zur Anheizung des Antisemitismus bei. Kirchen- und Bibelgemeinschaften in den ganzen USA erfreuen sich dagegen an neuem Interesse, teils halten sie in Kinos Bibelstunden ab, teils wird der Film sogar in Kirchen gezeigt. In Plano in Texas hat ein Geschäftsmann Tickets im Wert von 42.000 Dollar verschenkt.

Lokalaugenschein in Fairfax, Virginia: Im dortigen Multiplex läuft "The Passion" in fünf der 16 Säle. Zwei hat die "McLean Bible Church" für zwei Tage angemietet, um ihren Mitgliedern alle 130 Minuten das Sterben Jesu zu zeigen. "Der Film hilft uns, den Glauben und die Botschaft Christi zu verbreiten", sagt einer der Leiter der Kirchengemeinschaft. An der brutalen Darstellung findet er nichts, das Leiden des Erlösers werde realistisch dargestellt. Andere haben nach der Aufführung mit ihren Gefühlen zu kämpfen, mehrere haben Tränen in den Augen. "Es ist ein unglaublich eindrucksvoller Film über Vergebung im Angesicht des Schmerzes und des Todes. Er hat mich sehr bewegt", sagt eine Frau. Ein Mann ist weniger angetan: "Einfach nur brutal. Ich hätte einen Film über das vorbildhafte Leben Jesu für besser gehalten als einen über seinen Tod, der keine wirkliche Botschaft enthält."

Im Internet kann man sich indessen diverse Schmuck-Artikel zum Film bestellen, von kunstvollen Kreuzen bis zu Ansteckern mit aramäischer Aufschrift. Besonders begehrt ist aber ein knapp fünf Zentimeter langer Kreuzigungsnagel um 12,99 Dollar, den man an einer Schnur um den Hals tragen kann.

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