Dermaplaning

Wenn ein Messer über das Gesicht gleitet

Dermaplaining sollte immer von einem Experten durchgeführt werden
Dermaplaining sollte immer von einem Experten durchgeführt werden via imago-images.de
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Dermaplaning ist, einfach gesagt, eine Gesichtsrasur für Frauen. Das Ziel ist ein feinporigeres Hautbild. Für welche Hauttypen die Behandlung Sinn macht und warum man besser zum Profi gehen sollte, erklärt eine Expertin.

Haben sich Elizabeth Taylor und Marilyn Monroe im Gesicht rasiert? Der Überlieferung zufolge, ja. Heutzutage kennt man die ästhetische Hautbehandlung als Dermaplaning, bei der mit einem speziellen Skalpell Gesichtshärchen und abgestorbene Hautschuppen entfernt werden. Auf der Videoschnipselplattform Tiktok kommt das Thema aktuell vermehrt vor, hier schaben sich Influencer das Gesicht selbst mit einem kleinen Messer ab.

Was auf den ersten Blick sehr einfach aussieht, ist für Experten kein leichtes Thema. Nur Profis mit entsprechender Ausbildung und Erfahrung sollten die Behandlung durchführen, sie ist nicht für die Heimanwendung zu empfehlen, sagt zum Beispiel Ursula Tonar, eine Hautärztin, die sich seit vielen Jahren auf das Pflegethema spezialisiert hat. Die Häufigkeit der Behandlung legt sie dabei mit maximal einmal im Monat fest.

Das Prozedere ist schnell erklärt: Es werden nach einer gründlichen Abreinigung die abgestorbenen Hornhautschichten (avitale Corneozyten) und Haare mittels Rasierer oder Klingen abgetragen. Im Anschluss ist eine intensive, hochwertige Pflege als Hautschutz aufzutragen, sagt die Ärztin. Das Ziel der Anwendung sei ein feinporigeres, reineres und rosigeres Hautbild. Durch die Abtragung der obersten Hautschichten sei die Wirkstoffaufnahme der Pflege erhöht. Der unkontrollierte Scheuereffekt herkömmlicher Peelings würde beim Dermaplaning wegfallen, dennoch besteht die Gefahr einer Störung der Hautbarriere mit entsprechenden Konsequenzen.

Nur bei robuster Haut

Die Anwendung ist daher nicht sinnvoll für sensible Hauttypen. „Geeignet für Dermaplaning ist eine eher robuste Haut mit starker Verhornung, geschlossenen Komedonen ohne Entzündung bzw. Neigung zu Keratosen (oberflächliche Wärzchen). Kontraindikationen sind schwere Sonnenschäden, aktinische Keratosen, weißer Hautkrebs, Neurodermitis (atopische Dermatitis), sowie eine entzündliche Akne“, erklärt Ursula Tonar.

Ursula Tonar ist Hautärztin, Medical Director und Co-Founderin von Dr. Tonar Cosmetics
Ursula Tonar ist Hautärztin, Medical Director und Co-Founderin von Dr. Tonar CosmeticsWalter Oberbramberger

Gewarnt wird beim Selbstversuch vor Schnittverletzungen, Wundinfektionen oder auch einer perioralen Dermatitis. Die Entfernung der Härchen und Hornhaut habe zur Folge, dass der natürliche Hautschutz verringert wird und somit die Gefahr der Austrocknung besteht. „Weiters erhöht sich die Empfindlichkeit für Lichteinstrahlung um ein Vielfaches. Um Sonnenschäden, Pigmentflecken und ähnlichem vorzubeugen, gilt es im Anschluss für eine Woche die Sonne gänzlich zu meiden. Das Auftragen einer Sonnenschutzcreme ist als Lichtschutz nicht ausreichend.“

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