Lehre

Tradition trifft Innovation: Die Lehrausbildung in Österreichs Drogerien

Teil des Lehrplans: Naturkosmetik herstellen
Teil des Lehrplans: Naturkosmetik herstellenAnna Mirwald
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Auch vor Drogerien hat der Strukturwandel nicht Halt gemacht: Statt Fotos und Farben liegt jetzt der Fokus der Beratung meist auf Gesundheit und Wohlbefinden.

In der Drogerie von Doris Kaiser in Drosendorf liegt ein ganz besonderer Duft in der Luft. „Ich habe ja eine umfangreiche Sammlung von Kräutern“, erzählt die Drogistin, die daraus beispielsweise Tees mischt. Daneben bietet sie ein umfangreiches Sortiment an Naturkosmetik an – von Badekugeln und Seifen über Gesichts- und Körperpflege bis zu dekorativer Kosmetik und Nahrungsergänzungsmitteln. „Ernährung hat mich immer interessiert, daher habe ich mir später das entsprechende Wissen angeeignet.“

Die Drogistin, die das Geschäft 1997 von ihren Eltern übernommen hat, hat aber noch andere Standbeine: Zum einen bietet sie medizinische Fußpflege, zum anderen Beratungen mit Schwerpunkt Aura-Soma, Australischen Buschblüten und Schüssler-Salzen an.

Vom Umsatzbringer zum Nischenprodukt: Die neue Realität der Drogerien

Auch eine Reiki-Ausbildung hat Kaiser absolviert. Mit ihrem auf Gesundheit und Wohlbefinden fokussierten Angebot ist Kaiser in der Branche keine Seltenheit: „Diese Entwicklung ist auf den Wandel der Branche durch das Aufkommen von Bau- und Drogeriemärkten zurückzuführen“, erklärt Barbara Kremser, Obfrau des Bundesgremiums für den Handel mit Arzneimitteln, Drogerie- und Parfümeriewaren sowie Chemikalien und Farben.

Farben, Pflanzenschutzmittel und Chemikalien, aber auch Babynahrung und Windeln, die früher ein Umsatzbringer für Drogerien waren, sind dort kaum mehr zu finden. Gleiches gilt für die Ausarbeitung von Fotos: „Wir haben bis 2003 rund 35 Prozent unseres Umsatzes mit Fotoausarbeitung erwirtschaftet. Mit den Digitalkameras ist das weggefallen“, erzählt Kremser, die 1996 den elterlichen Betrieb in Winzendorf übernommen hat.

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