Habsburger

Tristes Leben unnötiger Erzherzöge

Spielsüchtige Herzöge, Mineraliensammlerinnen und talentierte habsburgische Prinzen. 

„Die Leut’ wissen gar net, dass i’ wirklich was kann!“ Dieser verzweifelte Ausruf des Erzherzogs Otto von Habsburg-Lothringen, Vater des letzten Kaisers, Karl, sagt alles. Im sogenannten Erzhaus war den Prinzen jegliche Berufstätigkeit untersagt. Diese skurrile Caprice wahrte der alte Kaiser Franz Joseph als Familienoberhaupt bis zu seinem Tod. Und (fast) alle hielten sich daran. Daher lebten sie ihre Begabungen – so vorhanden – im Verborgenen aus. Der „schöne Otto“, ein Frauenschwarm und leichtlebiger Bohemien, wäre etwa ein sehr guter Innenarchitekt geworden, wie seine Zeichnungen beweisen. So aber ist er als vergnügungssüchtiger Schürzenjäger in die Geschichte eingegangen.

Dass viel Tradiertes so nicht stimmt, weist die emsige Habsburg- und Sisi-Expertin Katrin Unterreiner nach. Man zollt ihr Respekt, dass sie nach ihren vielen Publikationen auch die äußeren Ränder des Habsburg-Clans abgrast. Und siehe da – sie wurde fündig und der Leser reich belohnt. Dass Maria Theresia täglich das heute von Unterweltlern geübte „Stoß“-Spiel unter dem Namen „Pharao“ liebte, war bekannt. Dass sie aber nach diesem Glücksspiel süchtig war, täglich zwei Stunden darauf verwendete und enorme Geldsummen gewann, entnimmt Unterreiner den Aufzeichnungen ihres Obersthofmeisters Fürst Khevenhüller-Metsch. 

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