Prognose

EU-Wirtschaft wächst schneller als erwartet – Österreich kommt nicht vom Fleck

Die milde Rezession in Europa ist vorbei. Die Wirtschaft wuchs zuletzt zwar schwach, aber kräftiger als erwartet.
Die milde Rezession in Europa ist vorbei. Die Wirtschaft wuchs zuletzt zwar schwach, aber kräftiger als erwartet.Imago / Chris Emil Janssen
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Im ersten Quartal legte die Wirtschaftsleistung der EU um 0,3 Prozent zu. Ein schwaches Wachstum, das dennoch die Erwartung vieler Experten übertraf. Für Österreich senkte die EU-Kommission ihre Prognose.

Die am Mittwoch von der EU-Kommission in Brüssel veröffentlichte Frühling-Konjunkturprognose sagt weiterhin schwache Wachstumsaussichten für die EU, die Eurozone und Österreich voraus. Aber sie zeigt auch, dass die milde Rezession der vergangenen Quartale vorbei ist. Denn die europäische Wirtschaftsleistung legte im ersten Quartal um 0,3 Prozent zu und übertraf damit die Erwartungen.

Heuer soll die Wirtschaft der Staatengemeinschaft um einen Prozent wachsen, was eine leichte Korrektur nach oben im Vergleich zur Winterprognose der Kommission bedeutet. Kommendes Jahr soll die EU-Wirtschaft um 1,6 Prozent wachsen. Für die Eurozone rechnet die Kommission unverändert mit plus 0,8 Prozent im laufenden Jahr. Für nächstes Jahr wurde die Prognose für den Währungsraum leicht auf 1,4 Prozent gesenkt.

Auch für Österreich zeichnet die Frühjahrsprognose ein leicht aktualisiertes Bild. Statt um 0,6 Prozent wird die heimische Wirtschaftsleistung demnach heuer um 0,3 Prozent zulegen, dafür wird sie 2025 aber um 1,6 Prozent wachsen und damit um 0,2 Prozentpunkte kräftiger als in der Winterprognose vorhergesagt.

Inflation am Abflauen

Die Inflation flaut indes ab. So soll sie in den Ländern mit der gemeinsamen Euro-Währung 2024 auf 2,5 Prozent und im Jahr 2025 auf 2,1 Prozent weiter sinken, während die Inflation in der EU von 2,7 Prozent in diesem Jahr auf 2,2 Prozent im kommenden zurückgehen dürfte. Der österreichische Wert liegt mit 3,6 Prozent heuer und 2,8 Prozent 2025 immer noch deutlich über dem Durchschnitt.

Die Kommission betont, „nach einer weitgehenden Stagnation der Wirtschaft im Jahr 2023 haben das unerwartet gute Wachstum zu Beginn des Jahres 2024 und der anhaltende Rückgang der Inflation die Voraussetzungen für ein allmähliches Anziehen der Aktivität im Prognosezeitraum erhöht“. Dies sei primär auf einen Anstieg des privaten Konsums zurückzuführen, da der anhaltende Reallohn- und Beschäftigungszuwachs höhere verfügbare Einkommen bringe.

Der andauernde russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, der Nahost-Konflikt sowie weitere geopolitische Spannungen würden jedoch die Unsicherheiten und Abwärtsrisiken erhöhen, warnt die Kommission in ihrem Bericht. Außerdem könnte die anhaltende Inflation in den USA zu verzögerten Zinssenkungen führen, und damit die globalen Finanzbedingungen verschlechtern. Auch die mit dem Klimawandel verbundenen Risiken belasteten zunehmend die Prognosen. (APA/luis)

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