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KMU: Die Zeichen stehen auf Nachhaltigkeit

Sanela Terko ist Partnerin bei BDO.
Sanela Terko ist Partnerin bei BDO.Vanessa Hartmann-Gnong
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Die BDO berät zahlreiche Familienunternehmen bei der konkreten Umsetzung der aktuellen Nachhaltigkeitsanforderungen.

Die künftige Nachhaltigkeitsberichterstattung richtet sich ab dem Geschäftsjahr 2024 stufenweise an bestimmte börsenotierte Unternehmen und in der Folge an große Kapitalgesellschaften. Sie nimmt jedoch indirekt auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in die Pflicht. Als Teil der Wertschöpfungsketten berichterstattender Unternehmen sind österreichische KMU zeitnah gefordert, Nachhaltigkeitsinformationen zur Verfügung zu stellen.

Generationsübergreifendes Handeln

Der heimische Mittelstand gilt als Eigentümer- und Eigentümerinnen- bzw. familiengeführt, was von Natur aus nachhaltiges und generationsübergreifendes Handeln impliziert. Diese Ausrichtung spiegelt sich bislang in sozialem Engagement und individuellen Umwelt- bzw. Klimaschutzinitiativen wider. Dieser (tendenziell) intuitive Zugang zu unternehmerischer Nachhaltigkeit wird nun durch erhöhte Anforderungen aus internationalen Lieferketten (z.B. Deutsches Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz) sowie der EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (Corporate Sustainability Reporting Directive) institutionalisiert.

In diesem dynamischen regulatorischen Umfeld leisten heimische KMU aus den unterschiedlichsten Branchen gegenwärtig Pionierarbeit und setzen sich (überwiegend) erstmalig mit den neuen Transparenzanforderungen an unternehmerische Nachhaltigkeit auseinander. Erste Entwürfe zu Berichterstattungsstandards für KMU, die noch bis Mai zur Konsultation stehen, bieten einen ersten Orientierungsrahmen für Anwender und Anwederinnen: Nachhaltigkeitsbezogene Datenerhebungsprozesse und Governance-Strukturen sind zu etablieren oder weiterzuentwickeln.

Drei Empfehlungen

Denn trotz der Ambition der Regulatorik, auf „Verhältnismäßigkeit“ zu achten, bleibt wohl ein zu erwartender hoher Aufwand. Eine zeitnahe Auseinandersetzung mit den gesetzlichen Anforderungen und kooperative Initiativen bei der Datensammlung entlang der Wertschöpfungskette dürften in der praktischen Umsetzung unerlässlich sein. Letzteres wird insbesondere durch die jüngsten regulatorischen Entwicklungen zur Übernahme unternehmerischer Sorgfaltspflichten (Corporate Sustainability Due Diligence Directive) entlang internationaler Beschaffungs- und Absatzkanäle einmal mehr unterstrichen.

Unsere Top 3 Empfehlungen für eine erfolgreiche Integration von Nachhaltigkeit in Familienunternehmen:

1.    Umfassende Umfeldanalyse: Auseinandersetzung mit den regulatorischen Rahmenwerken, die in den jeweiligen Bezugs- und Absatzmärkten des KMU von Bedeutung sind und Analyse bzw. Priorisierung relevanter Stakeholder:innengruppen wie Kund:innen und Fördergeber:innen bzw. Kreditgeber:innen.  

2.    Smarte Strategien und Ziele: Entwicklung wirksamer Nachhaltigkeitsstrategien und Festlegung zeitgebundener und ergebnisorientierter Nachhaltigkeitsziele.

3.    Nachhaltig(keit) messen: Erfassung und Analyse relevanter Daten, um den Fortschritt bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele laufend zu evaluieren und regelmäßig zu überwachen.

Christina Wieser ist Senior Managerin bei BDO.
Christina Wieser ist Senior Managerin bei BDO.BDO | Benjamin Weiss

BDO

Die BDO Austria Gruppe zählt zu den österreichweit führenden Prüfungs- und Beratungsgesellschaften – mit mehr als 1100 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen an den Standorten Wien, Graz und Judenburg, Linz, Salzburg, Eisenstadt und Oberwart, Bruck/Leitha, Klagenfurt und Wolfsberg sowie Dornbirn.

BDO Austria ist Mitglied des internationalen BDO Netzwerks, das mit über 115.600 Beschäftigten in 166 Ländern an insgesamt 1700 Standorten vertreten ist und zuletzt einen weltweiten Umsatz von 13 Mrd. Euro erwirtschaftete.


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