Quergeschrieben

Rapunzel und der Krieg: Der Kampf gegen das Russische

In den baltischen Staaten will man kein Russisch mehr hören. Vom schwierigen Umgang mit dem Unrecht von früher und der Diversität von heute.

Was haben Rapunzel und die Prinzessin auf der Erbse mit dem Ukraine-Krieg zu tun? So einiges, erfuhr ich letztens. In lettischen Puppentheatern dürfen sie nämlich seit vergangenem Herbst nur noch Lettisch sprechen. Die russischsprachigen Aufführungen sind verboten. Und das, obwohl mehr als ein Drittel der Bevölkerung Russisch als Erstsprache hat.

Gastkommentare und Beiträge von externen Autorinnen und Autoren wie dieser hier müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen.

>>> Mehr aus der Rubrik „Quergeschrieben“

Seit einigen Wochen bin ich in dem baltischen Staat unterwegs und beobachte, wie der Krieg des Nachbarn das kleine Land umtreibt. Vor allem der Umgang mit der russischen Sprache wirft Fragen auf, die über die Grenzen und die Umstände hinweg relevant sind. Dazu muss man wissen, dass Lettland fast 200 Jahre Teil des russischen Reichs war, bevor es 1918 erstmals unabhängig wurde. Die meisten Menschen sprachen Lettisch. Es gab aber stets eine russischsprachige Minderheit. 1944 befreite die Sowjetunion das Land von der NS-Herrschaft – und vergaß, wieder abzuziehen, wie es hierzulande gern spitz formuliert wird.

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.