Glosse

König Charles ganz in Rot weckt Erinnerungen

Es ist das erste gemalte Porträt von Charles als König.
Es ist das erste gemalte Porträt von Charles als König. Imago/Spotlight Royal
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Charles III. hat ein erstes Porträt von sich als König enthüllt. Es zeigt ihn ganz in Rot – und lässt so manchen an längst Vergangenes denken.

Es war ein privates, ja zutiefst intimes Telefonat und hätte freilich nicht mitgeschnitten werden dürfen: König Charles, damals noch Prinz, hatte mit seiner Camilla 1989 Spaß über den Hörer. Das war noch vor der Scheidung von Lady Diana, denkbar ungünstig für einen Royal. Britische Zeitungen druckten damals das ganze sechsminütige Transkript des „Love Call“, der Boulevard spekulierte über den Thronverlust. Ist nicht passiert, das wissen wir heute.

Überwunden hat man die Affäre dennoch nicht, vor allem ein Sager hat sich ins kollektive Gedächtnis all jener gebrannt, die damals schon Nachrichten lesen konnten. Allen anderen wurde das „Tampon Gate“ spätestens mit der autofiktionalen Serie „The Crown“ ein Begriff, in der Dominic West als Charles seiner Camilla noch einmal in den Hörer hauchte, dass er gern ihr Tampon wäre. Und nun hat es sich auch im Netz verfestigt. Sie wissen ja, das Internet vergisst nie. Und lässt einen eben auch nicht vergessen.

Erst gestern hat der Palast das erste gemalte Porträt des Königs enthüllt, vom britischen Künstler Jonathan Yeo. Es zeigt Charles in einer roten Uniform, der Rest des Bildes ist im selben Ton gehalten. Klingelt’s schon? Zugegeben, der Konnex ist ein bisserl infantil, amüsiert aber viele prächtig. „Ein buchstäblicher Tampon. Endlich. Er muss so glücklich sein“, liest es sich auf Instagram, und „Sir, Sie wurden reingelegt“. Camilla hört man im Video zur Enthüllung sogleich sagen: „Ja, Sie haben ihn getroffen.“ Ob sie auch an 1989 denkt? Fast wäre das herzig.

Gräueltaten & Tomatensuppe

Der Tampon ist dabei noch die harmlosere Assoziation. Andere sehen im Rot die „Gräueltaten, die die Monarchie im Laufe der Geschichte begangen hat“, ein „regelrechtes Blutbad“, mit Verweis auf die britische Kolonialgeschichte. Oder war die Letzte Generation schon am Werk? Vincent van Goghs „Sonnenblumen“ leuchteten nach der Störaktion 2022 ähnlich rot. Dabei hat Charles doch den Schmetterling auf dem Bild persönlich veranlasst, als Symbol für sein Klima-Engagement.

Traditionell ist das Monarchenporträt gewiss nicht. Was zu Charles’ PR-Botschaft der „modernen Monarchie“ passt. Er gibt sich nahbarer und emotionaler als seine Mutter. Lachen wird er über die Assoziationen aber nicht, jedenfalls nicht öffentlich. Und schon gar nicht wird er sich entschuldigen, für die Taten, an die das Bild so manchen erinnert.

Charles III., gemalt vom Künstler Jonathan Yeo.
Charles III., gemalt vom Künstler Jonathan Yeo.Imago/Spotlight Royal

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