Österreichs beste Familienunternehmen

Die Alternativ-Ölscheichs aus der Steiermark

Die zweite Generation führt, die dritte Generation wächst ins Unternehmen: Ewald-Marco-Münzer (l.) mit seinem Neffen Maximilian Münzer.
Die zweite Generation führt, die dritte Generation wächst ins Unternehmen: Ewald-Marco-Münzer (l.) mit seinem Neffen Maximilian Münzer.Bernhard Wieland
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Steiermark-Sieger: Die Münzer Bioindustrie GmbH zaubert aus Altspeiseöl Bio-Kraftstoff für Autos. Ihr Know-how ist dabei schon weit über die Grenzen von Österreich hinaus gefragt.

Die Münzer Bioindustrie GmbH aus Sinabelkirchen gibt es seit etwas mehr als 30 Jahren. Gegründet wurde das Familienunternehmen von Ewald Münzer, der sich praktisch von Anfang an auf die Entsorgung von flüssigen Abfällen fokussierte. Heute wird der steirische Betrieb von seinen beiden Söhnen geführt – Ewald-Marco und Michael Münzer. Und die dritte Generation arbeitet auch schon in dem Unternehmen mit.

»Wir haben uns weiterentwickelt, weg von der flüssigen Abfallentsorgung hin zur größtmöglichen energetischen Verwendung von diversen Abfallstoffen.«

Ewald-Marco Münzer,

Geschäftsführer Münzer Bioindustrie

Grundsätzlich ist Münzer ein Entsorgungsunternehmen für sämtliche flüssigen Abfälle vom alten Motoröl bis hin zum alten Speiseöl aus der Haushaltsküche und aus Großküchen. „Aber wir haben uns weiterentwickelt, weg von der flüssigen Abfallentsorgung hin zur größtmöglichen energetischen Verwendung von diversen Abfallstoffen“, sagt Ewald-Marco Münzer. „Wir haben uns auf die Weiterverarbeitung und auf die Veredelung von Altspeiseöl spezialisiert, und wir veredeln diesen abfallbasierten Rohstoff zu einem alternativen Dieselkraftstoff, der mittlerweile dem fossilen Kraftstoff zu sieben und/oder zehn Prozent beigemengt wird.“

Zwei Produktionsstätten

Münzer Bioindustrie produziert in seinen zwei industriellen Produktionsanlagen im obersteirischen Paltental und im Wiener Ölhafen Lobau insgesamt pro Jahr 210.000 Tonnen an diesem abfallbasierten alternativen Dieselkraftstoff. „Das entspricht einer Produktionsmenge von 18.000 Litern pro Stunde“, sagt Münzer. „Und es freut uns, dass unser Know-how auch international nachgefragt wird.“

»Wir sind stolz, dass wir eingeladen wurden nach Indien, Bangladesch und Kenia, um dort mit unserem Know-how in der Sammlung und Verwertung von Altspeiseöl zu unterstützen.«

Ewald-Marco Münzer,

Geschäftsführer Münzer Bioindustrie

Das innovative Familienunternehmen betreibt nicht mehr nur ein nationales Sammelsystem für Altspeiseöle und Fette, sondern inzwischen auch Sammelsysteme in den österreichischen Nachbarstaaten. „Mittlerweile haben wir einen schönen Weg der Internationalisierung hinter uns. Wir haben 15 Niederlassungen auf drei Kontinenten in unserer Firmengruppe“, sagt Münzer, „und wir sind auch stolz, dass wir eingeladen wurden nach Indien, Bangladesch und Kenia, um dort mit unserem Know-how in der Sammlung und Verwertung von Altspeiseöl zu unterstützen.“

Rasantes Wachstum

Das Familienunternehmen wächst kontinuierlich in der Mitarbeiterzahl und zählt aktuell 223 Beschäftigte. Beim Umsatz geht es rasant zu: In den vergangenen drei Jahren hat die Münzer Bioindustrie um fast 200 Millionen Euro Umsatz zugelegt – auf aktuell 445 Millionen Euro.

„Kern unserer Geschäftstätigkeit ist es, alternative Kraftstoffe herzustellen.“ Daher denkt Münzer bereits daran, was in Zukunft auf diesem Gebiet alles möglich sein könnte: „Wir wollen uns weiterentwickeln in den abfallbasierten erneuerbaren Energien und gegebenenfalls andere Stoffströme, andere Stoffe, die derzeit als Abfall gelten, zukünftig in erneuerbare Energieträger verarbeiten, veredeln, seien das Speisereste zu Grüngas, seien es ganz andere Stoffe, die uns heute noch nicht bekannt sind und man zukünftig als Rohstoffe nutzen kann.“

Münzer Bioindustrie

Firmensitz: Sinabelkirchen

Gründungsjahr: 1991

Eigentümerfamilie: Münzer, zweite und dritte Generation

Umsatz 2023: 445 Millionen Euro

Beschäftigte: 223

Branche/Tätigkeit: Chemie & Kunststoff. Sammlung und Verwertung von Altspeisefetten für Biodieselproduktion.

Information

„Österreichs beste Familienunternehmen“ werden von der „Presse“- Redaktion in voller Unabhängigkeit gestaltet. Die Beilage erscheint in Kooperation und mit finanzieller Unterstützung von Bankhaus Spängler, BDO und Österreichischer Notariatskammer.


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