Börse

Was die Börse von Zinsänderungen hält

An der Wall Street sind die vergangenen Monate überaus gut gelaufen.
An der Wall Street sind die vergangenen Monate überaus gut gelaufen.Bloomberg
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Höhere Zinsen müssen nicht zwangsläufig schlecht für den Aktienmarkt sein, niedrige Zinsen aber auch nicht automatisch gut. Ein Streifzug durch US-Notenbankentscheidungen.

Meine Lieblingshaltedauer ist für immer“ soll US-Investorenlegende Warren Buffett einst über Aktien gesagt haben. Und auch wenn sich der Starinvestor selbst nicht immer an seine Regel gehalten hat, so schadet es nicht, seinem Ratschlag zu folgen. Denn die Schwankungen an den Finanzmärkten können beträchtlich sein – das haben die vergangenen Jahre eindrucksvoll gezeigt.

Wer etwa zwischen Mai 2023 und Mai 2024 im breiten amerikanischen Aktienindex S&P 500 investiert war, konnte auf Eurobasis ein Plus von 25 Prozent erzielen. Und auch im Frankfurter Leitindex DAX ging es in diesem Zeitraum um 15 Prozent bergauf. Kursgewinne dieser Größenordnung sind an der Börse nicht ungewöhnlich – aber auch nicht alltäglich. Befeuert wurden sie diesmal von der amerikanischen Notenbank Federal Reserve. Denn diese hatte im Herbst des Vorjahres signalisiert, nach elf Zinserhöhungen künftig etwas geduldiger sein zu wollen. Zwar hatte Fed-Chef Jerome Powell ebenfalls verdeutlicht, dass das Inflationsziel noch nicht erreicht und weitere Zinserhöhungen möglich seien. Für den Finanzmarkt reichten die Aussagen des wichtigsten Notenbankers der Welt aber schon, um durch die Decke zu gehen. Denn wer die Zinsen nicht erhöht, der legt eine Zinspause ein und senkt sie möglicherweise eines Tages sogar.

Einer Analyse von JP Morgan zufolge, sind vor allem die ersten sechs Monate nach dem Abschluss eines Zinserhöhungszyklus gut für Aktienkurse. Denn „es dauert etwas, bis sich die Wirkung der Zinserhöhungen in einer Abschwächung des Gewinnwachstums niederschlägt“, schreiben die Autoren. Und weiter: Aktienbewertungen würden dann Auftrieb erhalten, wenn es Anzeichen für einen Wechsel in der Geldpolitik hin zu einer weniger restriktiven Haltung gebe. Denn niedrigere Zinsen bedingen geringere Finanzierungskosten für Unternehmen und auch der Aufwand, Schulden zu bedienen sinkt, was sich positiv auf die Erträge auswirken kann. Zudem wirken Anlageklassen, wie Anleihen in einem Umfeld fallender Zinsen deutlich unattraktiver, was zu Umschichtungen in Richtung Aktien führt.

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