Österreichs beste Familienunternehmen

Das Leonhard: „Wir sind ein eingespieltes Team“

Das-Leonhard-Gastgeberfamilie vom Weissensee: Hotelchef Nico Müller mit seiner Mutter Christa Müller und seiner Partnerin und Küchenchefin Sandra Egger.
Das-Leonhard-Gastgeberfamilie vom Weissensee: Hotelchef Nico Müller mit seiner Mutter Christa Müller und seiner Partnerin und Küchenchefin Sandra Egger.Bernhard Wieland
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Kärnten-Sieger: Das Leonhard ist ein kleines, aber feines Hotel am Weissensee, das die Familie Müller in dritter Generation führt. Alle helfen zusammen, alle streiten manchmal zusammen, aber alle halten zusammen.

Das beste Familienunternehmen von Kärnten liegt am Weissensee – in der Ortschaft Techendorf. Dort führt die Hoteliersfamilie Müller seit 1977 ein Vier-Sterne-Hotel mit Namen „Das Leonhard“. „Wir sind am Südufer ein Hotel mit 20 Zimmern und 42 Gästebetten. Das heißt, alles ist eher klein und eher individuell“, beschreibt Gastgeber Nico Müller sein Haus. Es gibt einen privaten Badestrand für die Gäste. Und wenn das Wetter einmal nicht so grandios ist, gibt es im Hintergrund einen Spa-Bereich mit Saunen und Ruheraum. „Wir sind kein Haus, das wahnsinnig viel Firlefanz hat, sondern wir haben einen sehr geradlinigen Stil. Zu uns am Weissensee kommen Leute, die nach Ruhe suchen.“

Der Name „Leonhard“ stammt aus den glücklichen Anfängen. ­Nicos Großmutter, Ernestine Müller, gewann in der Klassenlotterie und investierte in die Pension Sankt Leonhard direkt am See, wo damals in unmittelbarer bäuerlicher Nachbarschaft die Kühe grasten. Die Rinder waren dann indirekt der Namensgeber der Pension: Denn der Heilige Leonhard gilt als Schutzpatron der Bauern, Pferde – und der Kühe.

Die Gründer, Ernestine und ihr Mann Hermann Müller, legten schon damals in ihrer Pension Wert auf Komfort. Denn schon damals war jedes Zimmer mit einem eigenen Badezimmer ausgestattet. Die zweite Generation mit Thomas und Christa Müller baute die Pension zum Vier-Sterne-Hotel aus. Und dann kam Nico, der schon im Alter von 21 Jahren das Hotel übernehmen durfte, eigentlich – musste.

»Wir sind kein Haus, das wahnsinnig viel Firlefanz hat, ­sondern wir haben einen sehr geradlinigen Stil hier am Weissensee: die intakte Natur, ein gescheites Essen und einfach Qualität.«

Nico Müller

Eigentümer Hotel Das Leonhard

Das war vor rund zehn Jahren. „Mein Man ist krank geworden“, erzählt Seniorchefin Christa Müller, die hauptberuflich in einer Bank arbeitete, „und deswegen ist Nico zu Weihnachten 2014 nach Hause gekommen. Er war noch mitten im Studium am MCI Innsbruck. Mit 1. Jänner 2015 hat er übernommen. Und ab dann haben wir das Hotel gemeinsam managen müssen.“

Christa Müller hat vormittags weiter in der Bank gearbeitet, nachmittags und abends im Hotel den Sohn unterstützt. Heute ist sie schon in Pension, „aber ich mache noch das, was ich gern mache: die Finanzen, die Betriebswirtschaft und das Geld, und die Sachen, die im Hintergrund notwendig sind“.

Eingespieltes Team

Arbeiten im Familienunternehmen war für Nico Müller nichts Neues: „Ich habe schon parallel zur Schule mitgeholfen, und in den Ferien mitgearbeitet.“ Später auch. „Weil es so ist, weil man es gewöhnt ist und weil man es gern macht.“ Mutter und Sohn sind „ein eingespieltes Team“. Seit fast zwei Jahren ist auch Sandra Egger „bei uns in der Familie“. Sie ist die Partnerin von Nico Müller und die Küchenchefin im Das Leonhard. Auch die Jugend versteht sich. Hotelchef Nico Müller möchte seinen Hotelgästen entspannten Genuss bieten: „Der Fokus liegt auf dem, was wir am Weissensee haben: die intakte Natur, ein gescheites Essen und einfach Qualität.“

Daher ist es rund ums Hotel auch sehr grün. „Wir sind mitten im Naturpark Weissensee“, sagt Nico Müller. Daher hat er beim Ausbau des Hotels die Architektur auf die Natur abgestimmt: „Wir brauchen nichts Monströses hinstellen“, war seine Devise, sondern „wir möchten nur den Rahmen bieten“.

„Das Leonhard ist ein Slow-Food-Betrieb“, sagt Müller, „das heißt, uns ist es wichtig, woher alles kommt. Ich kenne meinen Gemüsebauern, ich kenne meinen Fischer. Das sind nicht nur Lieferanten, sondern sie sind wirklich Kollegen und Freunde geworden.“

Kurze Gewitter

Natürlich gebe es hin und wieder Streit. „Warum? – Weil jedem etwas am Hotel liegt“, sagt Nico Müller. „Weil jeder nicht nur täglich seine acht Stunden und mehr hier verbringt, sondern weil jeder die Motivation hat, sein Bestes zu geben. Wenn man streitet, wechselt man deswegen nicht den Job. Dann geht jeder seinen Weg. Aber am nächsten Tag sind wir wieder da. Das ist der große Unterschied zwischen einem Familienunternehmen und zum Beispiel einem Konzern, dass jeder bei uns mit Herzblut dabei ist und dass man zusammenhält.“

Hotel Das Leonhard

Firmensitz: Weissensee

Gründungsjahr: 1977

Eigentümerfamilie: Müller, dritte Generation

Umsatz 2023: 1,3 Millionen Euro

Beschäftigte: acht

Branche/Tätigkeit: Tourismus. Hotellerie und ­Gastronomie.

Information

„Österreichs beste Familienunternehmen“ werden von der „Presse“- Redaktion in voller Unabhängigkeit gestaltet. Die Beilage erscheint in Kooperation und mit finanzieller Unterstützung von Bankhaus Spängler, BDO und Österreichischer Notariatskammer.


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