Porträt

Robert Fico: Polarisierend und machtbewusst

Robert Fico
Robert FicoAPA / AFP / Vladimir Simicek
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Kein anderer Politiker sorgt in der Slowakei so sehr für Diskussionen wie Robert Fico. Seine Fans verehren ihn. Zugleich gilt er als Symbol für Korruption.

Bratislava. Seit fast dreißig Jahren ist Robert Fico einer der beliebtesten, aber auch polarisierendsten Politiker der Slowakei. Während ihn in der liberalen Hauptstadt Bratislava und in anderen größeren Städten das wohlhabende Bildungsbürgertum verachtet, verehren ihn die meisten Bewohner der wirtschaftlich benachteiligten Randregionen. Das spiegelt sich regelmäßig auch in den Ergebnissen von Parlamentswahlen wider, in denen sich das Land in zwei vollkommen unterschiedlich gefärbte Teile spaltet.

Sein politischer Aufstieg begann in den 1990er-Jahren als innerparteilicher Rebell der von ehemaligen Reformkommunisten gegründeten „Partei der Demokratischen Linken“ (SDL). Als die Linkspartei nach der Wahlniederlage des rechtsnationalen Staatsgründers Vladimir Meciar 1998 in eine Koalition mit konservativen und liberalen Parteien unter Führung des Christdemokraten Mikulas Dzurinda eintrat, wollten die Parteigranden den wegen seiner Beliebtheit für sie zum gefährlichen Konkurrenten um die Parteiführung gewordenen Fico aufs Abstellgleis stellen.

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