Untersuchung

Zucker, Fett und Palmöl: Was wirklich im Nuss-Nougat-Aufstrich steckt

APA / dpa / Hendrik Schmidt
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Es steht zwar Nuss-Nougat-Aufstrich auf den Verpackungen drauf. Doch von ihrer vermeintlichen Hauptzutat ist laut Greenpeace in den meisten süßen Cremen, die auf Nutella-Spuren wandeln, nur wenig drin.

Seit mehr als 60 Jahren steht hier und da ein Glas davon am Frühstückstisch. Es ist beliebt bei Alt und Jung, weswegen es auch nicht sonderlich überrascht, dass es viele Varianten der Nutella gibt. Diese Nougat-Aufstriche enthalten entgegen der landläufigen Meinung wenig Nüsse, dafür viel Fett und Zucker und in über 50 Prozent der Produkte zudem Palmöl. Letzteres ist häufig für massive Regenwaldzerstörung verantwortlich, heißt es im neuen Greenpeace-Marktcheck. Und wenn Nüsse auch in der Minderheit sind - laut Angaben der NGO sind etwa in der Milka Haselnusscreme nur fünf Prozent zu finden - so würde bei deren Ernte oft auch Kinderarbeit vorkommen.

„Bezeichnungen wie Haselnusscreme oder Nuss-Nougat-Aufstrich werden dem Inhalt nicht gerecht“, schrieb Greenpeace am Donnerstag in einer Aussendung, in den Regalen zeige sich zwar ein hoher Bio-Anteil, aber nur drei von 130 Produkten wären laut der Umweltschutzorganisation uneingeschränkt empfehlenswert. Das wären rein pflanzliche Nuss-Nougat-Aufstriche in Bio-Qualität, mit europäischen Pflanzenölen und Fairtrade-Siegel - Nutella, das wie viele Süße Aufstriche zu etwa der Hälfte aus Zucker und fast einem Drittel aus zugesetzten Fetten und Ölen wie Palmöl besteht, erfülle dabei keines der vier Kriterien, dafür jedoch die Produkte von Billa bio, dm bio und la Vida.

Palmöl aus Malaysien und Indonesien

„Viele bekannte Nuss-Nougat-Aufstriche stehen mit Urwaldzerstörung und Kinderarbeit in Verbindung. Vor allem Palmöl ist hier ein Problem. Aber Natur, Klima und Menschenrechte dürfen auch bei Lebensmitteln nicht auf der Strecke bleiben“, kritisierte der Greenpeace-Experte Sebastian Theissing-Matei.

Die Nuss-Nougat-Aufstriche im Marktcheck enthielten zu etwa 50 Prozent Palmöl und 80 Prozent der weltweiten Exporte würden aus Malaysia und Indonesien stammen, wo das Öl oft auf gerodeten Urwaldflächen angebaut wird, was für weitere klimaschädliche Treibhausgase sorge und fast 200 bedrohte Tierarten gefährde. Bei der Ernte von Haselnüssen kommt es hingegen immer noch häufig zu Kinderarbeit. Alleine in der Türkei, dem größten Produzenten von Haselnüssen weltweit, gehen die Behörden von bis zu 200.000 Kindern aus, die als Wanderarbeiter in der Haselnussernte arbeiten.

>>> Zum Marktcheck von Greenpeace

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