Rückblick

Von Abe bis Kennedy: Mordanschläge auf Spitzenpolitiker

Des erschossenen Ex-Premiers Japans Shinzō Abe wird gedacht.
Des erschossenen Ex-Premiers Japans Shinzō Abe wird gedacht.Reuters/Issei Kato
  • Drucken

Robert Fico ist nicht der erste Regierungschef, der ins Visier eines Attentäters geraten ist. Zahlreiche Spitzenpolitiker wurden in den vergangenen Jahrzehnten ermordet, bei politischen Anschlägen oder Angriffen Einzelner, die ihren Hass auf Personen des öffentlichen Lebens konzentrieren. Eine Auswahl.

Am 8.Juli 2022 wird der japanische Ex-Premier Shinzō Abe bei einer Wahlkampfveranstaltung erschossen. Der 42-jährige Attentäter gibt als Motiv Rache an – wegen des finanziellen Ruins seiner Mutter. Er behauptete, dass Abe eine Mitschuld daran trage. Die Mutter des Attentäters war in der Vereinigungskirche aktiv und soll ihr Geld an sie verloren haben. Und Abe hatte offenbar enge Verbindungen zur der Vereinigungskirche.

Am 27.Dezember 2007 wird Pakistans Oppositionsführerin und Ex-Regierungschefin Benazir Bhutto nach einer Wahlkundgebung ihrer Volkspartei bei einem Attentat ermordet. Pakistans Behörden beschuldigen militante Islamisten aus dem Dunstkreis der pakistanischen Taliban, hinter dem Anschlag zu stecken. Die Extremisten bestreiten aber, etwas mit der Tat zu tun zu haben. Auch Bhuttos Partei spricht von einer größeren politischen Verschwörung, in die auch die Führung des Landes verstrickt sein soll.

Am 11.Februar 2005 werden der libanesische Ex-Premier Rafiq Hariri und zahlreiche weitere Personen bei einem Bombenanschlag in Libanons Hauptstadt, Beirut, getötet. Der gewaltige Sprengsatz detonierte, als die Wagenkolonne Hariris vorbeifuhr. Hariri hat zuvor den massiven Einfluss Syriens im Libanon kritisiert. Die Anhänger des Ex-Premiers machen das syrische Regime von Bashar al-Assad für den Anschlag verantwortlich. Syrien weist das zurück. Eine UN-Kommission geht nach Ermittlungen davon aus, dass libanesische und syrische Geheimdienstkreise in das Attentat verwickelt waren. Bei Massenprotesten im Libanon wird der vollständige Abzug aller syrischen Truppen gefordert.

Schock nach dem Attentat. Ein massiver Sprengsatz zerstörte den Fahrzeugkonvoi des libanesischen Ex-Premiers Hariri.
Schock nach dem Attentat. Ein massiver Sprengsatz zerstörte den Fahrzeugkonvoi des libanesischen Ex-Premiers Hariri. Reuters/Mohamed Azakir

Am 12.März 2003 wird der serbische Ministerpräsident, Zoran Djindjić, in Belgrad erschossen. Djindjić hat nach den Kriegen im ehemaligen Jugoslawien das Land auf einen proeuropäischen Kurs geführt und dafür gesorgt, dass der 2000 gestürzte Machthaber Slobodan Milošević nach Den Haag an das Tribunal für Verbrechen in Ex-Jugoslawien ausgeliefert worden ist. Als Attentäter werden Mitglieder der einstigen Spezialeinheit Rote Barette verhaftet.

Hunderttausende Menschen nehmen am Trauerzug für den ermordeten serbischen Premier Zoran Djindjić teil.
Hunderttausende Menschen nehmen am Trauerzug für den ermordeten serbischen Premier Zoran Djindjić teil.Reuters/Ivan Milutinovic

Am 4.November 1995 wird Israels Ministerpräsident, Jitzhak Rabin, wird während einer Großkundgebung in Tel Aviv von einem rechtsextremen Israeli erschossen. Rabin hat sich den Hass von Rechten und Rechtsextremen wegen seines Friedensabkommens mit Palästinenserführer Jassir Arafat zugezogen.

Am 28.Februar 1986 wird Schwedens sozialdemokratischer Ministerpräsident Olof Palme in Stockholm auf offener Straße erschossen. Bei den folgenden Ermittlungen gibt es zahlreiche Pannen. Es ist unklar, ob der Mord einen kriminellen oder doch einen politischen Hintergrund hat. Ein Suchtkranker wird erst verurteilt, dann wieder freigesprochen. 2020 erklärt die Staatsanwaltschaft, dass ein auch schon ursprünglich verdächtiger Grafikdesigner wohl der Attentäter sei. Der Betreffende ist aber bereits im Jahr 2000 verstorben.

Am 6.Oktober 1981 ermorden Jihadisten Ägyptens Staatspräsident, Anwar as-Sadat, während einer Militärparade in der ägyptischen Hauptstadt, Kairo. Sadat ist in den Monaten zuvor gegen militante Islamisten vorgegangen. Und sein Friedensschluss mit Israel sorgt für Hass von Extremisten.

Am 22.November 1963 wird US-Präsident John F. Kennedy in Dallas, Texas, erschossen. Die Polizei verhaftet Lee Harvey Oswald als Attentäter. Oswald wird kurz darauf vom Nachtclubbesitzer Jack Ruby erschossen. Bis heute ranken sich viele Mythen und Verschwörungstheorien um das Attentat auf Präsident Kennedy. (APA/red.)

John F. Kennedy
John F. Kennedy AP/Cecil Stoughton

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.