Steuern

Wer den Klimabonus künftig versteuern muss – und wie

Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne)
Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne)Martin Juen / Picturedesk.com
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Heuer ist der Klimabonus erstmals zu versteuern – aber nur für Gutverdiener. Dafür tun muss man beim Steuerausgleich laut Finanz- sowie Umweltministerium nicht viel.

Die Idee ist simpel: Als Kompensation für die 2022 eingeführte CO2-Steuer wurde der sogenannte Klimabonus eingeführt. Dieser ist je nach öffentlicher Anbindung des Wohnortes abgestuft und soll für das Jahr 2024 zwischen 145 und 290 Euro betragen. Sprich: Wer zentral wohnt und daher nach Ansicht der Regierung leichter auf Auto & Co. verzichten kann, bekommt weniger, am Land gibt es dafür mehr.

Heuer wird die Sache jedoch komplizierter, wie die türkis-grüne Koalition am Mittwoch erklärt hat. Man reagierte nämlich auf eine Forderung des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) sowie Kritik der Opposition, dass der Klimabonus nicht nur regional, sondern auch sozial gestaffelt werden müsse. Das geschieht nun auch – allerdings nicht einfach durch eine geringere Auszahlung, sondern über eine nachträgliche Versteuerung, die nur Gutverdiener betrifft. 2022 wurde das bei einem Anti-Teuerungsbonus bereits so gemacht, jetzt stellt die Koalition den Klimabonus auf dieses System um.

Erfolgt automatisch

Es gestaltet sich so: Wer ein Brutto-Monatsgehalt über 6600 Euro im Monat hat (diesen Betrag nennt das Finanzministerium auf Anfrage), muss den Klimabonus versteuern. Der Betrag wird dafür der Bemessungsgrundlage zugeordnet. Der Grenzsteuersatz liegt in dieser Einkommensklasse bei 48 Prozent, für einen städtischen Topverdiener blieben vom jährlichen Klimabonus damit also gerade einmal etwas mehr als 75 Euro übrig.

Die Frage, ob man sich extra um eine Versteuerung kümmern muss, wird sowohl im für den Klimabonus zuständigen Umweltressort als auch im für Steuerfragen eigentlich zuständigen Finanzministerium verneint. „Um eine effiziente Abwicklung sicherzustellen, ist eine automatisierte Datenübermittlung an das Finanzministerium vorgesehen“, erklärt das ÖVP-geführte Finanzressort. „Personen, die aufgrund ihrer Einkommenshöhe von der Steuerpflicht des Klimabonus betroffen sind, werden in der Folge – unabhängig von der Art der Auszahlung – von der Finanzverwaltung veranlagt.“ Bei einer antraglosen Arbeitnehmerveranlagung – also einer Art automatischem Steuerausgleich – passiere die Versteuerung gleich ohne eigenes Zutun, wird von der Regierung erklärt.

Am Ende kann dann eine Steuernachzahlung herauskommen. Wer seinen Steuerausgleich nicht automatisch macht, muss dabei laut Umweltministerium ebenfalls keinen Klimabonus angeben, weil er gleich der Bemessungsgrundlage zugerechnet wird. Auf die Frage, warum Gutverdiener nicht einfach weniger überwiesen bekommen, wird erklärt, dass dies technisch in der Berechnung nicht möglich wäre.

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