Malerei

Kunst-Auktion: Leonora Carrington ist jetzt teurer als Salvador Dalí

28,5 Millionen Dollar erzielte „Die Zerstreuungen Dagoberts“ 
28,5 Millionen Dollar erzielte „Die Zerstreuungen Dagoberts“ IMAGO/John Angelillo
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Sensationspreis bei Sotheby‘s in New York: Zwar erzielte ein Monet den höchsten Preis den Abends, doch ein Gemälde der Werk der britisch-mexikanischen Künstlerin Leonora Carrington lag unweit dahinter.

Bisher war sie wohl eher Insidern in der Kunstszene ein Begriff: Die britisch-mexikanische Künstlerin Leonora Carrington, 1917 geboren und 2011 gestorben, Surrealistin. Vergangenes Jahr wurde ihr Bild „The Garden of Paracelsus“ um 3,3 Millionen Dollar versteigert – heuer erzielte eines fast den zehnfachen Preis. „Les Distractions de Dagobert“ wurde bei Sotheby's am Mittwochabend für 28,5 Millionen Dollar versteigert. Geschätzt war es auf 12 bis 18 Millionen geworden.

Damit gehört Carrington laut Sotheby's nun zu den fünf teuersten Künstlerinnen auf dem Auktionsmarkt. Wen das Auktionshaus noch zu ihnen zählt, gab es nicht bekannt, aber vermutlich Georgia O’Keeffe, Frida Kahlo, Louise Bourgeois und Joan Mitchell, die in den letzten Jahren hohe Preise erzielte. Beim Surrealismus belegt sie den Angaben zufolge nun insgesamt Platz vier und hat bedeutende Künstler wie Max Ernst, mit dem sie eine Zeit lang liiert war, und Salvador Dalí „überholt“.

Leonora Carrington wurde in England geboren und lebte später in Mexiko, wo sie sich vor der Öffentlichkeit zurückzog
Leonora Carrington wurde in England geboren und lebte später in Mexiko, wo sie sich vor der Öffentlichkeit zurückzog imago stock&people

Leonora Carrington 

Leonora Carrington wurde am 6. April 1917 in England in eine aristokratische Familie geboren. Ihr Vater war ein britischer Großindustrieller. Als junge Künstlerin lernte sie 1936 den 26 Jahre älteren Max Ernst kennen. Das Paar zog nach Frankreich, doch nach dem Einmarsch der Nazis in Frankreich wurde Ernst verhaftet und in ein Konzentrationslager deportiert.

Carrington floh nach Spanien. Ihr Vater ließ sie dort in eine psychiatrische Anstalt einweisen, sie floh nach Portugal. Dort fand sie in der mexikanischen Botschaft Zuflucht, reiste mit ihrem ersten Ehemann zuerst in die USA und schließlich nach Mexiko. Dort traf sie den Fotografen und späteren Fotojournalisten Emérico „Chiki“ Weisz (1911–2007), der ihr zweiter Ehemann und Vater ihrer beiden Söhne wurde.

In der mexikanischen Hauptstadt lebte die Künstlerin zunehmend zurückgezogen bis zu ihrem Tod am 25. Mai 2011. Sie schrieb auch Prosa, Dramen und ein Kinderbuch, „The Milk of Dreams“.

Noch teurer ist bei der Auktion in New York am Mittwoch erwartungsgemäß ein Gemälde des französischen Impressionisten Claude Monet versteigert worden – für fast 35 Millionen Dollar (knapp 32 Millionen Euro). Ein Bieter zahlte 34,8 Millionen Dollar für das Bild „Heuhaufen in Giverny“, das Monet 1893 an seinem Wohnort in der Normandie gemalt hatte.

Die großen Frühjahrs-Auktionen von Sotheby's und Christie's hatten am Montag begonnen. Nachdem die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg bei den Auktionshäusern zu Umsatzrückgängen geführt hatten, hoffen sie in diesem Jahr wieder auf steigende Einnahmen. Christie's verkaufte am Dienstagabend etwa zeitgenössische Kunstwerke im Gesamtwert von rund 115 Millionen Dollar, darunter ein Gemälde von Jean-Michel Basquiat für 32 Millionen Dollar. (APA/APF)

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