Haushaltstipps

Wie das Putzen der eigenen vier Wände wirklich funktioniert

Früh übt sich: Eine gemeinsame Putzroutine kann auch entspannend wirken.
Früh übt sich: Eine gemeinsame Putzroutine kann auch entspannend wirken.Getty Images
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Warum zwei Drittel der Reinigungsmittel überflüssig sind, wie mit der „Nebenbei-Putztechnik“ das Zuhause sauber bleibt und weshalb schlangenförmige Putzbewegungen zielführender sind.

Autorin Sigrid Neudecker und Influencerin Maria Lust erklären, wie man mit wenig Zeitaufwand und natürlichen Putzmitteln die eigenen vier Wände sauber hält.

Welche Routinen braucht es, um das eigene Haus oder die Wohnung sauber zu halten?

Lust ist Fan des Putzkonzepts „Simply Clean“, das auf kurze Putzeinheiten à 15 Minuten setzt. Ein weiteres Credo der „Cleanfluencerin“: Jeden Abend eine saubere Küche. „Es braucht nicht viel Zeit, und es gibt so viel Positives, wenn ich am Morgen aufstehe und in eine aufgeräumte Küche komme.“ Auch sollte die Jacke beim Nachhause-Kommen gleich aufgehängt und der Esstisch nicht als Ablageplatz verwendet werden. Ein Haushaltsplan mit täglichen, wöchentlichen und monatlichen Putzaufgaben unterstützt zusätzlich.

Welche Putzvorgänge sollten täglich durchgeführt werden?

Neudecker putzt täglich die Dusche: „Alles andere kommt dran, wenn es nötig ist.“ Der Staubsaugroboter arbeitet mindestens ein Zimmer ab ,und der Geschirrspüler läuft auch mindestens einmal pro Tag. Eine Methode, auf die sie schwört, ist die zeitsparende Methode „Clean as you go“, bei der kleine Putzarbeiten nebenbei erledigt werden. Ein Beispiel: „Fürs Zähneputzen brauche ich nur eine Hand, mit der anderen wische ich das Waschbecken sauber.“

Wie viele unterschiedliche Reinigungsmittel sind notwendig?

Neudecker findet es „absurd, wie viele verschiedene Reinigungsmittel es zu kaufen gibt“. Laut dem Österreichischen Umweltzeichen werden hierzulande 2,5 Liter Putzmittel pro Kopf und Jahr verbraucht. Von diesen insgesamt 20.000 Tonnen sind zwei Drittel überflüssig, enthalten Chemikalien oder Mikroplastik und schaden so der Umwelt. Lust ist überzeugt, „dass man im Grunde nur die natürlichen Reiniger braucht: Natron, Zitronensäure und Soda.“ Natürliche Zitronensäure wirkt gegen Kalkflecken und ist ein guter Ersatz für Essigreiniger. „Für einen Glasreiniger mischst du einfach Wasser und etwas Shampoo zusammen“, sagt die Putzexpertin.

Worauf kommt es bei der optimalen Putztechnik an?

„Hin- und herzuwischen verteilt lediglich den Dreck auf einer noch größeren Fläche. Zielführender sind halbkreis- oder schlangenförmige Bewegungen, mit denen man den Staub und Schmutz an einer Stelle anhäuft und dann leicht aufnehmen kann“, weiß Neudecker. Beim WC-Putzen gilt: von oben nach unten. Zuerst die Spültaste und den Deckel reinigen, danach kommen die weniger hygienischen Flächen, wie die Klobrille oder die Außenseite der WC-Muschel an die Reihe.

Haben wir verlernt, wie Putzen wirklich funktioniert?

„Ich glaube eher, dass eine Hälfte unserer Gesellschaft das Putzen nie gelernt hat, weil sie es als angestammte Tätigkeit der anderen Hälfte sieht“, vermutet Neudecker. „Wenn ich daran denke, wie viele Frauen ihren erwachsenen Söhnen immer noch die Wohnung putzen, noch dazu unbezahlt, werde ich etwas aggressiv. Mir ist fast schon egal, wer womit putzt. Hauptsache, es beteiligen sich alle, die Dreck machen.“

Wie lässt sich Verschmutzung im Haushalt generell vermeiden?

„Beim Kochen kann man einiges an Schmutzflecken vermeiden, indem man den Kochlöffel auf einen Teller oder ein Brett legt. Das kommt danach in den Geschirrspüler und die Arbeitsfläche bleibt sauber“, lautet ein Tipp von Neudecker.

Welchen Nutzen kann man aus dem Putzen noch ziehen?

Lust empfiehlt, Putzen nicht als lästige Pflicht, sondern als Art Entspannung zu sehen, bei der man den Kopf frei bekommt. Oder als Sporteinheit. Neudecker kommen beim Putzen richtig gute Ideen. Und: Putzen bringt sofortige Erfolgserlebnisse: „Ich putze ein Fenster – und die Wohnung wird gleich heller.“

Mehr Anregungen

Das Buch von Sigrid Neudecker: „Sauber! Eine Anleitung für alle, die eigentlich keine Lust zum Putzen haben“. Mehr Informationen unter: www.sigridneudecker.com und Maria Lusts Instagram-Kanal „Putzmarie“.

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