Gastkommentar

Lasst Taiwan nicht zurück

Wir fordern die WHO auf, die bedeutenden Beiträge Taiwans zur globalen öffentlichen Gesundheit anzuerkennen.

Die drei Jahre der Covid-19-Pandemie haben weltweit zahlreiche Verluste an Menschenleben verursacht und die bereits bestehenden gesundheitlichen Ungleichheiten weiter verstärkt. Diese Krise hat verdeutlicht, dass der aktuelle Rahmen für die globale Gesundheitspolitik nicht ausreichend ist, um angemessen auf solche Herausforderungen zu reagieren.

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Obwohl sich die Situation seit dem Höhepunkt der Pandemie größtenteils normalisiert hat, warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weiterhin vor möglichen zukünftigen Pandemien. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass Länder weltweit zusammenarbeiten, um das globale Gesundheitswesen zu stärken und so besser auf künftige Gesundheitsrisiken vorbereitet zu sein.

Unter diesen Bedingungen haben die WHO und viele Länder begonnen, ihre Reaktionsstrategien zu überprüfen. Dabei wurden Schwachstellen in den Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) von 2005 identifiziert, die dringend überarbeitet werden müssen, um effektiver auf globale Gesundheitskrisen reagieren zu können. Ein neues Pandemieabkommen steht im Raum, das einen robusten Rahmen für die globale Bekämpfung von Pandemien schaffen soll, der auf Prinzipien wie Verantwortlichkeit, Transparenz und Gerechtigkeit beruht.

Obwohl wir kein WHO-Mitgliedstaat sind, war Taiwans Verhalten während der Covid-19-Pandemie vorbildlich: Wir haben als Erste das Epidemierisiko erkannt und gemeldet, frühzeitig Maßnahmen ergriffen, wichtige Informationen mit globalen Partnern geteilt und uns für Offenheit und Transparenz eingesetzt. Um künftigen Pandemien wirksam zu begegnen, sind wir bestrebt, unsere Ansätze in Bereichen wie Impfstoffbeschaffung, medizinische Ressourcenverwaltung und Technologienutzung zu verfeinern. Wir setzen uns nachdrücklich für die Verabschiedung und Umsetzung von Änderungen der IGV von 2005 und des neuen Pandemieabkommens ein und fordern die WHO auf, Taiwan als Unterzeichner in diese Dokumente aufzunehmen. Dies würde es uns ermöglichen, uns effektiver mit globalen Partnern auszutauschen und geografische Lücken in der globalen Gesundheitssicherheit zu schließen.

Leave No One Behind

Das Thema des Weltgesundheitstages 2024 lautet „Meine Gesundheit, mein Recht“. Damit wird dafür plädiert, dass jeder Mensch weltweit Zugang zu hochwertigen Gesundheitsdiensten, Bildung und Information, sicherem Trinkwasser, sauberer Luft, guter Ernährung und angemessenem Wohnraum hat. Taiwan unterstützt unerschütterlich das Recht auf Gesundheit für alle Menschen, obgleich dieses Recht der 23 Millionen Menschen in Taiwan von der WHO aus politischen Gründen missachtet wird.

Wir fordern die WHO und alle relevanten Parteien auf, die bedeutenden Beiträge Taiwans zur globalen öffentlichen Gesundheit und zum Menschenrecht auf Gesundheit anzuerkennen. Taiwan sollte in die Weltgesundheitsversammlung sowie in alle Tagungen, Aktivitäten und Mechanismen der WHO einbezogen werden, insbesondere in diejenigen, die sich mit dem WHO-Pandemieabkommen befassen, da dies Taiwan ermöglichen würde, besser mit globalen Partnern zusammenzuarbeiten, um das gemäß der WHO-Verfassung grundlegende Menschenrecht auf Gesundheit zu wahren. Das ist ganz im Sinne der Vision der Vereinigten Nationen, niemanden zurückzulassen: Leave No One Behind. Auch Taiwan nicht.

Dr. Hsueh Jui-yuan ist Minister für Gesundheit und Soziales, Republik China (Taiwan).

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