Porträt

Streitpaar: Wer sind die Bohrn Menas?

Das Ehepaar Bohrn Mena steht aktuell im Zentrum der Aufmerksamkeit.
Das Ehepaar Bohrn Mena steht aktuell im Zentrum der Aufmerksamkeit.Akos Burg, Günther Pichlkostner / First Look / picturedesk.com
  • Drucken

Seit knapp zwei Wochen werden die Grünen von einer Affäre um ihre EU-Spitzenkandidatin, Lena Schilling, erschüttert. An deren Ausgangspunkt steht auch ein Wiener Aktivisten-Ehepaar: Wer sind die Bohrn Menas? Und was wollen sie?

Cremefarben ist die Ästhetik, die Stimmung auf der hellgrau gepolsterten Gartenbank betrof­fen. Auf ihr sitzt Veronika Bohrn Mena und nickt immer wieder zustimmend, während ihr Ehemann, Sebastian, an ihrer Seite über die „Täterin“ spricht, die ihnen großes Leid und Unrecht zugefügt habe. Das Interview bei Servus TV am Donnerstag ist eine der vielen seit Tagen laufenden öffentlichen Anklagen des Paars gegen die grüne EU-Spitzenkandidatin und deren Partei. Seit eineinhalb Wochen beschäftigen die Vorwürfe gegen Lena Schilling das innenpolitische Geschehen, sogar der Bundespräsident meldete sich zu Wort.

Die Bohrn Menas sind in der Debatte nicht nur mediale Antreiber, sondern gewissermaßen auch ein Ausgangspunkt – beziehungsweise ist dies ein von ihnen angestrebter Vergleich mit Schilling. Das zweiseitige Papier vom 12. April besagt, dass Schilling es künftig zu unterlassen habe, Gerüchte über häusliche Gewalt im Hause Bohrn Mena und angebliche „Mafia-Methoden“ in der Stiftung Común, in deren Beirat Schilling gesessen ist, zu verbreiten.

Zu Beginn der Affäre war noch nicht öffentlich, um welches Paar es sich bei der Angelegenheit handelt, von Bohrn Mena gab es allerdings schon vor eineinhalb Monaten mehrere Andeutungen auf X – etwa prophezeite er den Rücktritt einer prominenten politischen Person. Die Zurückhaltung fiel jedoch mit dem Gegenangriff der Grünen rasch. Ab da gingen die Bohrn Menas selbst medial in die Offensive.

»Wenn die Lena heute twittert, dass alles frei erfunden war und sie das nicht mehr sagen wird, dann ziehen wir unsere Klage sofort zurück.«

Sebastian Bohrn Mena

„Vertrottelt“ nennt Veronika Bohrn Mena im Gespräch mit der „Presse am Sonntag“ diese Tweets ihres Ehemanns, die den Grünen nun als Steilvorlage für den Vorwurf dienen, das alles sei eine orchestrierte „Schmutz­kübelkampagne“. Dass Ehemann Bohrn Mena den Vergleich aktiv rausgespielt habe, verneint sie. Seinen Tweets seien wochenlange Versuche vorausgegangen, das „privat zu regeln“. Man sei eben irgendwann „dünnhäutig“ gewesen. Infolge der hohen emotionalen Belastung sei das aber wohl „nachvollziehbar“.

Günther Pichlkostner

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.