Am Herd

Kein Glitzer für Hetzer

Also das ist ein wirkliches Schlamassel, in das wir alle geraten sind. So viel Wut, so viel Hass, und ich glaube nicht, dass uns irgendetwas anderes daraus retten kann als radikale Freundlichkeit.

Der Hass kotzt mich an. Das darf ich sagen, finde ich, da beleidige ich nur den Hass, nicht die Hasser. Mich verstören die Häme, die in Postings und Tweets über andere ausgeschüttet wird, der Spott, die Gemeinheit, die Überheblichkeit. Ich will diese Beschimpfungen und Beleidigungen nicht mehr lesen, all die Wünsche, dass es irgendjemandem doch schlecht ergehen möge, ich werde sie hier nicht zitieren, obwohl es leicht wäre. Sie wissen, was gemeint ist. Man könnte wütend werden darob, aber die Wut bringt uns nicht weiter, die anderen sind nämlich viel wütender als wir, und oft bleibt es nicht nur bei Worten. Aus Hass wird Hetze, aus Hetze wird Gewalt.

Wir haben zu vieles für selbstverständlich genommen, das nicht selbstverständlich ist, dass die Zukunft hell ist, die Demokratie überall siegen wird, dass der Firnis der Zivilisation zwar dünn ist, aber stark. Jetzt sitzen wir im Schlamassel und wissen nicht, wie wir da wieder rauskommen. Wir denken an den Spruch von Erich Kästner, der gesagt hat, man hätte den Nationalsozialismus 1928 bekämpfen müssen. „Später war es zu spät.“ Den Schneeball hätte man aufhalten können, aber nicht die Lawine.

Wie erkennt man, welcher Schneeball zur Lawine wird? Ist jetzt 1928? Wie bekämpft man Hass?

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