IDAHOBIT

„Sexuelle Orientierung ist keine Krankheit“: Demozug für LGBTIQ-Rechte

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SymbolbildImago / Isabelle Ouvrard
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Der 17. Mai gilt als Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie. In Wien organisiert die Homosexuelle Initiative einen Protestzug entlang der Mariahilferstraße. Die Neos nutzen das Datum für Kritik an der türkis-grünen Regierung.

Am heutigen Freitag ist Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie („IDAHOBIT“). Den 17. Mai nutzen Aktivisten und Aktivistinnen, Zivilgesellschaft sowie politische Parteien, um auf (fehlende) Rechte der LGBTIQ-Community aufmerksam zu machen. In Wien organisiert die Homosexuelle Initiative einen Demozug entlang der Mariahilferstraße. Die Neos kritisieren indes die Regierung, in der bald ablaufenden Legislaturperiode zu wenig zum Schutz der Community getan zu haben.

Nach wie vor gibt es kein Verbot von sogenannten „Konversionstherapien“ - also Behandlungen, die darauf abzielen, queere Menschen, zumeist Jugendliche, „umzupolen“ -, obwohl Justizministerin Alma Zadić (Grüne) dies mehrfach angekündigt hatte. Vor allem vom kleinen Koalitionspartner ist der pinke LGBTIQ-Sprecher enttäuscht: „Die Grünen sollten eigentlich wissen, dass diese pseudowissenschaftlichen ‚Therapien' eine krankhafte Praxis sind, die längst abgeschafft gehören. Die sexuelle Orientierung ist keine Krankheit, es gibt hier nichts zu heilen. Die einzigen, die krank sind, sind jene religiösen Fundamentalisten, die mit diesen widerwärtigen 'Therapien' vergeblich versuchen, Kinder und Jugendliche umzupolen“, betont Neos-Abgeordneter Yannick Shetty.

Kein Schutz vor Diskriminierung im Privatbereich

Weiters fehle es an Sensibilisierungsmaßnahmen bei Behörden, am Arbeitsplatz und in Bildungseinrichtungen sowie an dringend notwendigen Investitionen in Bildungs- und Integrationsmaßnahmen, sagte Shetty. In Wien - wo die Neos mitregieren - wurde im Herbst das erste queere Bildungszentrum eröffnet. Nach diesem Vorbild brauche es auch in den Ländern flächendeckende und leicht zugänglichen Beratungsstellen für LGBTIQ-Jugendliche. Weiterhin großer Kritikpunkt der Community ist, dass es nach wie vor keinen Schutz vor Diskriminierung im Privatbereich aufgrund der sexuellen Orientierung („Levelling-Up“) gibt.

Unter dem Motto „#queersagainstfascism“ organisiert die Homosexuelle Initiative wie jedes Jahr am Abend des „IDAHOBIT“ eine Demo vom Westbahnhof zum Platz der Menschenrechte. Dabei werden Politiker der SPÖ, Neos und der Grünen, aber auch Aktivisten verschiedener NGOs wie Queerbase Reden halten und Drag-Performances aufgeführt. „Gerade im Superwahljahr ist es uns wichtig, ein starkes Zeichen gegen Diskriminierung der LGBTIQ-Community zu setzen“, sagte HOSI-Obfrau Ann-Sophie Otte. (APA)

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