Recycling

Sogar der Abfall aus Asien ist gefälscht

Plastikflaschensammlung in China. Wie viel recycelter Kunststoff in Europa ankommt, ist kaum nachvollziehbar.
Plastikflaschensammlung in China. Wie viel recycelter Kunststoff in Europa ankommt, ist kaum nachvollziehbar.Reuters
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Trotz strenger EU-Quoten kommt das Plastik-Recycling nur langsam in die Gänge. Die Importwelle von gefälschtem „Altplastik“ aus Asien macht die Sache nicht einfacher.

Wien. Es ist nicht lang her, da konnten Europas Konsumgüterproduzenten gar nicht genug von recyceltem Plastik bekommen. Jedes Unternehmen wollte recycelte PET-Flaschen oder einen Badeanzug aus Altplastik im Angebot haben. Die Rohstoffe dafür, die sogenannten Rezyklate, waren hingegen Mangelware.

Doch diese Zeiten sind vorbei. Aktuell stapeln sich bei den Entsorgern die recycelten Kunststoffflocken. Der niedrigere Ölpreis macht neues „virgin plastic“, das aus Rohöl hergestellt wird, so billig, dass viele Unternehmen lieber wieder auf Altbewährtes zurückgreifen. Auch in Österreich ist nur ein Bruchteil der 1,2 Millionen Tonnen an Kunststoff, die in Produkte und Verpackungen verarbeitet werden, aus recyceltem Material. „Der Rezyklateinsatz findet nicht statt“, sagt Martin Prieler, Vorstand der Abfall Recycling Austria (ARA). Dazu kommt eine zweite Sorge, nämlich immer mehr importierte Fake-Rezyklate aus Asien, die den europäischen Anbietern von Sekundärrohstoffen Marktanteile abnehmen.

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