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Diakonie-Direktorin Moser zur Pflege: „Lauter Alarmzeichen“

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MosPicturedesk / Hans Punz
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Die aktuelle Strategie sei wie ein Trichter, sagt Diakonie-Chefin Maria Katharina Moser.

Wie groß ist der „Pflegenotstand“ in Österreich wirklich?

Regional gibt es jetzt schon Wartelisten bei mobiler Pflege und gesperrte Betten in Heimen. Das ist für die Betroffenen eine große Last und löst punktuell Not aus. In einer repräsentativen Umfrage für die Diakonie sagen nur 21 Prozent, dass die Unterstützung für Menschen mit Pflegebedarf ausreicht. Lauter Alarmzeichen.

Hat die Regierung genug getan, um die Situation zu verbessern?

Der Bund hat Geld für Einzelmaßnahmen in die Hand genommen, vor allem beim Personal. Was fehlt: der Blick auf Unterstützungsangebote. Es gibt viel zu wenig mehrstündige Betreuung am Tag, Betreuung nur in der Nacht, Kurzzeitpflege usw. Menschen müssen oft viel zu früh ins Heim. Das ist volkswirtschaftlich teuer und nicht das, was die Menschen wollen.

Welche Maßnahme wäre am effizientesten, um schnell mehr Personal für die Pflege zu gewinnen?

Bessere Personalschlüssel. Die Kolleginnen in der Diakonie wünschen sich mehr Zeit, um für die Menschen da zu sein und auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Wir müssen die Pflegekräfte im Beruf halten. Die aktuelle Strategie ist wie ein Trichter: Durch Investitionen in Ausbildung und Anwerbung im Ausland kommen oben neue Fachkräfte hinein und unten fallen viele wieder heraus, weil sie frustriert sind.

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