Iran

Keine Ersatzteile für alten Bell-Hubschrauber: Russland gibt USA Mitschuld für Raisi-Tod

Archivbild. Auch die österreichische Armee hat eine Variante des Bell-212 Helikopters im Einsatz.
Archivbild. Auch die österreichische Armee hat eine Variante des Bell-212 Helikopters im Einsatz.Reuters/Heinz-Peter Bader
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Der russische Außenminister Lawrow kritisiert die USA für die Sanktionen: „Wir sprechen hier von einer vorsätzlichen Schädigung der Bürger, die diese Fluggeräte nutzen, und wenn keine Ersatzteile geliefert werden.“

Der russische Außenminister Sergej Lawrow macht die USA indirekt mitverantwortlich für den Hubschrauber-Absturz, bei dem der iranische Präsident Ebrahim Raisi ums Leben kam. Die von den USA gegen den Iran verhängten Sanktionen hätten die Sicherheit in der iranischen Luftfahrt verschlechtert, sagte Lawrow am Dienstag. Raisis Hubschrauber war am Sonntag bei widrigen Wetterbedingungen in bergigem Gelände nahe der Grenze zu Aserbaidschan abgestürzt.

Auch Außenminister Hossein Amirabdollahian kam dabei ums Leben. Zur Absturzursache hat der Iran noch keine offiziellen Angaben gemacht. Iranischen Medienberichten zufolge prallte der Hubschrauber vom US-Typ Bell 212 gegen einen Berggipfel.

„Die Amerikaner bestreiten es, aber die Wahrheit ist, dass andere Länder, gegen die die Vereinigten Staaten Sanktionen verhängt haben, keine Ersatzteile für amerikanische Ausrüstung erhalten, das betrifft auch die Luftfahrt“, sagte Lawrow mit Blick auf den Hubschrauber-Absturz. „Wir sprechen hier von einer vorsätzlichen Schädigung der Bürger, die diese Fluggeräte nutzen, und wenn keine Ersatzteile geliefert werden, steht dies in direktem Zusammenhang mit einer Verringerung des Sicherheitsniveaus.“

Viele Bell-Hubschrauber im Iran

Der Iran war vor der islamischen Revolution 1979 ein wichtiger Abnehmer von Bell-Hubschraubern. Woher die Unglücksmaschine stammt, ist unklar. Jahrzehntelange Sanktionen gegen den Iran wegen seines Atomprogramms machen es dem Land schwer, Ersatzteile zu beschaffen oder seine Maschinen aufzurüsten.

Lawrow sagte weiter, er habe mit einem Vertreter des Iran gesprochen und sehe keinen Grund für Spekulationen, dass sich nach dem Tod Raisis und Amirabdollahians die Außenpolitik des Irans ändern sollte. Ihm sei bestätigt worden, dass es in den Beziehungen zwischen beiden Ländern Kontinuität gebe. Zum amtierenden iranischen Außenminister wurde der bisherige Vize-Ressortchef Ali Bagheri Kani ernannt. Bereits am Montag hatte der russische Präsident Wladimir Putin mit Interimspräsident Mohammed Mokhber telefoniert. Als Oberster Führer der Islamischen Republik hat ohnehin Ayatollah Ali Khamenei in allen wichtigen Belangen das letzte Wort - etwa in der Außenpolitik und beim iranischen Atomprogramm.

Russland und der Iran arbeiten auf vielen Gebieten eng zusammen, so unterstützen beide den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad. Zudem wirft der Westen dem Iran vor, Russland mit Shahed-Drohnen zu beliefern, die das russische Militär im Krieg gegen die Ukraine einsetzt. (APA/Reuters)

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