Militär

Russland startet Atomwaffenübung nahe ukrainischer Grenze

Russische Soldaten nehmen an der ersten Phase von Militärübungen teil - an einem unbekannten Ort im südlichen Militärbezirk Russlands. Dieses Standbild stammt aus einem Video, das am 21. Mai 2024 vom russischen Verteidigungsministerium veröffentlicht wurde.
Russische Soldaten nehmen an der ersten Phase von Militärübungen teil - an einem unbekannten Ort im südlichen Militärbezirk Russlands. Dieses Standbild stammt aus einem Video, das am 21. Mai 2024 vom russischen Verteidigungsministerium veröffentlicht wurde.Reuters / Russian Defence Ministry
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Russland macht Ernst und startet eine Übung mit „nicht-strategischen Nuklearwaffen“ als „Antwort auf provokative Äußerungen und Drohungen bestimmter westlicher Vertreter.“

Russland hat am Dienstag den Beginn einer Atomwaffenübung nahe der Ukraine verkündet. Bei der Übung handle es sich um eine „Antwort auf provokative Äußerungen und Drohungen bestimmter westlicher Vertreter“, erklärte das russische Verteidigungsministerium. Es werde die „Bereitschaft“ der „nicht-strategischen Nuklearwaffen“ getestet, um die „territoriale Integrität und Souveränität des russischen Staates“ zu gewährleisten.

Im südlichen Wehrbezirk habe die erste Etappe des Manövers begonnen, das die Bereitschaft der Nuklearstreitkräfte erhöhen soll, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Beteiligt daran seien auch die Raketenkomplexe Iskander und Kinschal. Diese taktischen Waffen können mit Atomsprengköpfen bestückt werden.

Eine neue Drohgebärde Putins

Es handelt sich um Kernwaffen, die etwa punktuell gegen gegnerische Truppen und andere militärische Ziele eingesetzt werden können. Sie haben in der Regel eine deutlich geringere Sprengkraft als die insbesondere zur Abschreckung entwickelten strategischen atomaren Interkontinentalraketen. Angesichts westlicher Waffenlieferungen an die Ukraine, die sich seit mehr als zwei Jahren gegen den russischen Angriffskrieg wehrt, gilt das Manöver als zusätzliche Drohgebärde Putins.

Geprobt wird laut Ministerium etwa das verdeckte Bewegen der Raketen zu einer bestimmten Position, von der aus der Abschuss erfolgt. Laut Ministerium zielt die Übung darauf ab, „die Bereitschaft des Personals und der Ausrüstung der nicht strategischen Nuklearwaffen-Einheiten aufrechtzuerhalten, um auf provokative Äußerungen und Drohungen bestimmter westlicher Offizieller gegen die Russische Föderation zu reagieren und um die territoriale Integrität und Souveränität des russischen Staates bedingungslos zu gewährleisten“.

USA kritisieren Übung: „Leichtsinnig und unverantwortlich“

Die USA hatten die am 6. Mai von Putin angekündigte Übung als unverantwortlich kritisiert. „Es ist einfach leichtsinnig und unverantwortlich, wenn der Anführer einer großen Atommacht so mit dem Säbel rasselt, wie er es in Bezug auf den möglichen Einsatz von Atomwaffen tut“, sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby. Trotz dieser „rücksichtslosen Rhetorik“ habe die US-Regierung aber nichts beobachtet, was sie dazu veranlassen würde, ihre strategische Abschreckungshaltung zu ändern. (APA/AFP/dpa)

Was sind taktische Nuklearwaffen?

Taktische Atomwaffen unterscheiden sich von strategischen Atomwaffen in ihrer Zerstörungskraft und Reichweite. Strategische Atomwaffen dienen vor allem der nuklearen Abschreckung. Sie können mithilfe von Interkontinentalraketen Ziele in mehreren Tausend Kilometer Entfernung treffen und haben ein Vielfaches der Zerstörungskraft der 1945 über Hiroshima abgeworfenen Atombombe.

Taktische Atomwaffen sind hingegen für den Einsatz in einem Kampfgebiet vorgesehen. Sie können in relativer Nähe zu Stellungen eigener Truppen eingesetzt werden - allerdings mit weit verheerenderer Auswirkung als Beschuss mit herkömmlicher Munition.

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