Wahlen

FPÖ stilisiert sich bei Wahlkampfauftakt zur einzigen Verbündeten des Volkes

FPÖ-Bundesparteiobmann Herbert Kickl beim Wahlkampfauftakt in Wien-Floridsdorf.
FPÖ-Bundesparteiobmann Herbert Kickl beim Wahlkampfauftakt in Wien-Floridsdorf.APA / APA / Christian Bruna
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Herbert Kickl will mit der FPÖ eine „neue Ära“ einläuten, in der „Österreich zuerst“ als Motto gilt. Am Freitagabend haben die Freiheitlichen ihre Wahlkampftour in Wien-Floridsdorf gestartet.

Die FPÖ will nach den EU- und Nationalratswahlen zu neuer Stärke finden und gegen ein von ihr ausgemachtes „System“ der Eliten ankämpfen. In diesem Sinne stilisierte Parteiobmann Herbert Kickl sich selbst und die FPÖ beim Auftakt seiner „Mit euch gegen das System“-Tour in Wien-Floridsdorf am Freitagabend zu den einzigen Verbündeten des Volkes. Er will eine „neue Ära“ einläuten, in der „Österreich zuerst“ als Motto gilt, verkündete er.

Bei der Veranstaltung wurde ein Bild eines von „selbst ernannten Eliten“ dominierten Systems gezeichnet, das gegen die Menschen arbeite. Teil dieses Systems seien auch die aus ÖVP, SPÖ, Grünen und NEOS gebildete „Einheitspartei“ sowie die „Systemmedien“, die Fake News verbreiten würden. Die FPÖ stelle sich dagegen und arbeite als einzige Partei für die Bevölkerung. „Sie sind gegen ihn, weil er für euch ist“, zitierte die Moderatorin gar einen Wahlspruch Jörg Haiders. Ziel sei, „dass es jedem einzelnen von euch wieder besser geht“, meinte auch Generalsekretär Michael Schnedlitz.

„Festung Österreich“, die keine Asylanträge annimmt

Die Tage dieses Systems seien jedenfalls gezählt, verkündete Kickl, stattdessen würde mit dem Wahlsieg der FPÖ eine „neue Ära“ eingeläutet. Ein Schlagwort, das dann gelten soll, ist „Österreich zuerst“. Der FPÖ-Chef sprach sich dabei erneut für „Neutralitätspolitik“ anstatt einer Unterstützung der Ukraine im Krieg gegen Russland aus, für eine „Festung Österreich“, in der keine Asylanträge angenommen werden würden, sowie für „Normalität und Hausverstand“. Diese würden etwa beim Eurovision Song Contest (ESC) nicht vorherrschen, hätte eine „Frau ohne Bart“ dort doch keine Chance, kritisierte er das, was als „westliche Werte“ gelte. Dass sich die Österreicherinnen und Österreicher ihr Leben nicht leisten können, müsse der Vergangenheit angehören. Schnedlitz polterte weiters gegen „Klimakommunismus“ und das „Einsperren“ der Bevölkerung während der Coronapandemie.

Bei der EU- und der nachfolgenden Nationalratswahl werde es zwei „g‘scheite Rumpler“ geben, zeigte sich Kickl, angefeuert von „Herbert“-Rufen, siegessicher. Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen, dessen Nennung von den Zuhörern mit Buhrufen begleitet wurde, werde die FPÖ nicht mehr bremsen. Van der Bellen hatte offen gelassen, ob er Kickl, der sich zum „Volkskanzler“ stilisiert, als Kanzler angeloben würde.

EU-Kandidatin Petra Steger für ein Ende des „EU-Wahnsinns“

Auch in der EU brauche es die FPÖ, warb Europawahlkandidatin Petra Steger für ein Ende des „EU-Wahnsinns“. Die Union würde gegen die Interessen der Bürger arbeiten, prangerte sie „Kriegstreiberei“ in der Ukraine und Überregulierung an. Zudem würde die EU die Inflation anheizen und illegale Massenmigration ermöglichen. Wiens FPÖ-Obmann Dominik Nepp betonte unterdessen, nach der nächsten Wien-Wahl Bürgermeister werden und Gebühren und Mieten wieder senken zu wollen.

Dass es die „Linken weggeregnet“ hätte, wie Generalsekretär Michael Schnedlitz angesichts des stürmischen Wetters meinte, stimmte wohl nicht ganz, hatten sich doch teilweise mit Coronamasken verhüllte Gegendemonstranten bei einer neben dem Platz gelegenen Straßenbahnstation versammelt. Sie störten die Wahlveranstaltung aber bis auf kritische Rufe nicht. Laut Polizei war zumindest an diesem Ort keine Demonstration angemeldet. (APA)

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