Aufrüstung

Kann Europa im Ernstfall Kriegswirtschaft?

Im Februar unterzeichneten Bundeskanzler Karl Nehammer, Verteidigungsministerin Klaudia Tanner und GDELS-Steyr-Chef Martin Reischer (links) einen Milliardenauftrag. Bis 2032 sollen in Simmering 225 Radpanzer für das Österreichische Bundesheer gebaut werden.
Im Februar unterzeichneten Bundeskanzler Karl Nehammer, Verteidigungsministerin Klaudia Tanner und GDELS-Steyr-Chef Martin Reischer (links) einen Milliardenauftrag. Bis 2032 sollen in Simmering 225 Radpanzer für das Österreichische Bundesheer gebaut werden.Picturedesk/Martin Juen/Picturedesk
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Russlands Krieg gegen die Ukraine war ein Weckruf für Europa. Der Kontinent rüstet auf, ranghohe Politiker schwören die Bevölkerung mit dem Begriff „Kriegswirtschaft“ auf neue Realitäten ein. Aber könnten Österreich und Europa ihre Ressourcen im Konfliktfall für Kriegszwecke mobilisieren? Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, woran bereits gearbeitet wird.

Ein paar Hundert nagelneue und einsatzbereite Militär-Lkw stehen seit Wochen auf einem Großparkplatz im oberösterreichischen Peuerbach. Sie warten darauf, von ihrem Auftraggeber, der deutschen Bundeswehr, abgenommen zu werden. Produziert wurden sie im Rheinmetall/Man-Werk in Wien Liesing. Doch dort platzen die Kapazitäten wegen übervoller Auftragsbücher aus allen Nähten. Ein ähnliches Bild im nahegelegenen Werk von General Dynamics European Land Systems (GDELS) in Simmering, wo Pandur-Panzer für das österreichische Bundesheer produziert werden: In der Schweißerei hat man wegen der gestiegenen Nachfrage bereits auf Mehrschichtbetrieb umgestellt, die Produktionshallen werden gerade ausgebaut.

Es sind kleine Mosaike eines größeren Bilds. Es zeigt einen Kontinent, der massiv aufrüstet. Auch rhetorisch: Die Zeit der politischen Sonntagsreden, in denen der Weltfrieden beschworen wurde, ist längst vorbei. Wer den Frieden erhalten wolle, müsse sich auf den Krieg vorbereiten, sagte EU-Ratspräsident Charles Michel kürzlich. Europa müsse in den „Kriegswirtschaftsmodus“ wechseln. Der Begriff verwandelte sich seither zu einem geflügelten Wort. Aber was versteht man eigentlich darunter? Und sind wir wirklich auf dem Weg dorthin?

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