Theaterpremiere

Buñuels Bürger leben jetzt in der Finsternis von Bobostan

Drei Paare mit vertauschten Geschlechterrollen - das passt zu dieser surrealen Komödie frei nach einem Film Buñuels.
Drei Paare mit vertauschten Geschlechterrollen - das passt zu dieser surrealen Komödie frei nach einem Film Buñuels.Herwig Prammer
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Anna Marboe gelingt im Landestheater Linz eine gewitzte österreichische Erstaufführung von „Der diskrete Charme der Bourgeoisie“ – und hinterlässt die Frage: Sind wir wirklich so?

Ein Mann in roten Frauenklamotten schaukelt mitten auf der offenen Bühne der Kammerspiele des Linzer Landestheaters, während die Zuschauer noch plaudern. Er sitzt auf einem gewaltigen Elefanten-Stoßzahn, die Seile dieser Hutsch-Vorrichtung hängen vom Schnürboden herab. Disco-Musik. Da erschrickt diese Figur und tippt auf eine Fernbedienung. Prompt geht eine Art Eiserner Vorhang runter. Der erste Gag sitzt. Zwei Paare mit Fahrradhelmen drängeln an der Rampe auf die Bühne und stehen vor verschlossenem Tor. „Wir sind‘s!“, sagen sie mehrmals aufmunternd. Nur einen Spalt breit geht es vorerst hoch, schließlich fährt es doch ganz nach oben.

Auch der zweite Gag passt. Denn mit dem Besuch von befreundeten Ehepaaren befinden wir uns bereits in der anarchischen Welt eines Films von Luis Buñuel.

Kühn überschrieben, ins Heute hinein

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