Studium

Unis: Erfolgreiche Mediziner, schwache Juristen

Wer den Mediziner-Aufnahmetest schafft, schafft mit hoher Wahrscheinlichkeit auch das 
Studium.
Wer den Mediziner-Aufnahmetest schafft, schafft mit hoher Wahrscheinlichkeit auch das Studium. APA/Robert Jaeger
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Studium. 86 Prozent der Mediziner, aber nur 26 Prozent der Juristen schließen ihr Studium ab. Auch Fachhochschulen haben gute Quoten.

Wien. Wer den Aufnahmetest schafft und an einer öffentlichen Uni Medizin inskribiert, macht das Studium mit hoher Wahrscheinlichkeit auch fertig. Nach zehn Jahren werden 86 Prozent der Studien erfolgreich abgeschlossen, zeigt eine Analyse der Statistik Austria. Nur knapp elf Prozent wurden unter- oder abgebrochen. Beim Bachelor Jus hingegen war das nach zehn Jahren bei 69 Prozent der Fall – so viele wie in keiner anderen Studiengruppe. Nur 26 Prozent wurden abgeschlossen.

Vergleichsweise viele Abbrüche bzw. Unterbrechungen in den großen Studiengruppen gibt es auch in den naturwissenschaftlichen Diplomstudien (66 Prozent), etwas besser sieht es in den Naturwissenschafts-Bachelorstudien aus (57 Prozent). Dort wurden nach zehn Jahren auch deutlich mehr Studien erfolgreich abgeschlossen (41 Prozent gegenüber 26).

Zwei Drittel Abbrüche bzw. Unterbrechungen gibt es auch bei den Geistes- und Kulturwissenschaften (Bachelor) und den wegen der Umstellung der Lehrerausbildung auf Bachelor-Master-Struktur ausgelaufenen Lehramts-Diplomstudien. In den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften waren sowohl im Bachelor als auch Diplom 58 Prozent der Studien nach zehn Jahren noch nicht abgeschlossen.

Aufnahmeprüfung wirkt

Zu den am erfolgreichsten betriebenen Studien gehören umgekehrt wiederum die künstlerischen Bachelorstudien, bei denen es wie in der Medizin ein hochselektives Aufnahmeverfahren gibt. Bei 73 Prozent der Studien gibt es nach zehn Jahren einen Abschluss, ein Viertel der Studien wurde abgebrochen.

Langzeitstudierende sind laut der Verlaufsstudie in den am häufigsten belegten Studiengruppen insgesamt recht selten geworden. Nur in den Diplomstudien Rechts- bzw. Naturwissenschaften wird bei einem Zehntel nach zehn Jahren immer noch studiert, in den übrigen Studiengruppen ist es ein Bruchteil davon.

Über alle Fächer hinweg haben nach zehn Jahren 21 Prozent der Uni-Studierenden ihren Bachelor und 33 Prozent ihr Diplom- oder Masterstudium abgeschlossen, knapp ein Prozent hat das Doktorat erreicht. 28 Prozent der Studienanfänger von 2012/13 haben ihr Studium unter- oder abgebrochen, knapp ein Prozent ist an eine andere Hochschule gewechselt und zehn Prozent haben an einer anderen Hochschule ein Studium abgeschlossen, sieben Prozent studieren noch.

An den Fachhochschulen mit ihren stärker strukturierten Studienplänen und fixer Studiendauer liegen die Abschlussquoten nach zehn Jahren unterdessen je nach Studiengruppe zwischen 63 und 92 Prozent. Die höchsten Quoten bei den Abbrüchen und Studienunterbrechungen gibt es hier in den technischen und ingenieurwissenschaftlichen Studien (37 Prozent), am geringsten sind sie in den Militär-, Sicherheits- und gesundheitswissenschaftlichen Bachelorstudien. (APA)

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