Handel

„Brauchen faire Regeln“: Stationärer Handel beklagt unfaire Konkurrenz aus China

Der stationäre Handel in Österreich kämpft mit unfairer Konkurrenz von riesigen und vor allem billigen ostasiatischen Onlinehändlern wie Temu und Shein aus China.
Der stationäre Handel in Österreich kämpft mit unfairer Konkurrenz von riesigen und vor allem billigen ostasiatischen Onlinehändlern wie Temu und Shein aus China.Imago / Xpenguinlensx
  • Drucken

Billige Onlinehändler wie Temu und Shein setzen dem stationären Handel zu. Die Zollfreigrenze müsse dringend von 150 auf null Euro gesenkt werden, fordert der Handelsverband.

Dem stationären Handel in Österreich drücken die Schuhe an mehreren Stellen. Hauptsächlich geht es um neue, unfaire Konkurrenz von riesigen und vor allem billigen ostasiatischen Onlinehändlern wie Temu und Shein aus China, deren Umsatz heuer hierzulande an der Milliarde kratzen soll. Zudem werden die hohen Personalkosten und eine überbordende Bürokratie beklagt. Dringend müsse die Zollfreigrenze von 150 auf null Euro gesenkt werden, so der Handelsverband.

Die Zollfreigrenze müsse so rasch wie möglich und nicht erst wie derzeit von der EU geplant 2028 fallen. Zudem müssten sich auch die europäischen Zollbehörden rasch digital besser vernetzen, so Verbandsgeschäftsführer Rainer Will am Dienstag vor Journalistinnen und Journalisten in Wien.

Handeln der Politik gefordert

„Unsere Händler sind besser - aber sie brauchen faire Regeln. Sonst wird immer derjenige zuerst ins Ziel kommen, der sich nicht an Regeln hält“, sagte Will in Richtung der chinesischen Giganten und der heimischen sowie europäischen Politik. Man habe sich bereits an EU-Wettbewerbskommissarin Margarete Vestager und an Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) gewandt, so der Unternehmensvertreter. Aufgrund laut seinen Aussagen geäußerten Verständnisses der Politik und auch in Deutschland gegebenen Willens für strengere Regeln, hofft Will, dass sich rasch was tut.

Die bei der Pressekonferenz präsentierten Zahlen des Handelsverbandes, untermauern einen Handlungsbedarf. Zwei Milliarden Packerln kämen jährlich zollfrei nach Europa. Zwei Drittel davon seien falsch deklariert. Laut EU-Spielzeugverband bergen 95 Prozent der bei Temu gekauften Spielwaren ein Sicherheitsrisiko für Kinder. „Das darf nicht sein, ist aber millionenfach der Fall“, kritisierte Will. „Dem muss die Politik einen Riegel vorschieben.“

Steigender Wettbewerbsdruck

30.000 Packerln aus Ostasien kommen laut Handelsverband täglich nach Österreich. „Wir sehen, dass heuer eine Milliarde Euro bei Webshops aus China ausgegeben werden“, sagte Will. 17 Prozent der heimischen Händler bieten den Angaben zufolge auch Produkte an, die von Temu und Shein verkauft werden. Jeweils 44 Prozent spüren einen Wettbewerbsdruck der Chinesen bzw. gehen davon aus, dass sie Kunden an die Plattformen verlieren. Staatlich subventioniert und dank Werbemillionen bei Google stets bestens positioniert, ohne Miete oder Mitarbeiter bezahlen zu brauchen, profitierten diese von den laschen EU-Regeln, während den heimischen Betrieben „täglich drei neue Regulierungen“ ins Haus flatterten, so Will. „Die Politik muss den Fokus also tatsächlich auf die Wirtschaft, statt auf die Zettelwirtschaft legen.“

Kritik gab es auch an den hohen Arbeitskosten in Österreich. Bei den Lohnnebenkosten sei es speziell hinterfragenswürdig, warum Familienlastenausgleichsfonds (3,7 Prozent) Wohnbauförderung (0,5 Prozent) und Kommunalsteuer (3,7 Prozent) nur von den Arbeitnehmenden bezahlt würden. (APA)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.