Interview

Bitcoin-Expertin Anita Posch: „Es gibt viele Überraschungen für blauäugige Europäer“

Bitcoin-Expertin Anita Posch.
Bitcoin-Expertin Anita Posch.J. J. Kucek
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Bitcoin-Expertin und Menschenrechtsaktivistin Anita Posch erzählt von finanzieller Unterdrückung in Simbabwe, Kreislaufwirtschaft in Südafrika – und warum hierzulande viele denken, dass wir Privatsphäre nicht brauchen.

Die Presse: Sie sind bekannt als Bitcoin-Expertin, aber auch als Afrika-Kennerin. Was war zuerst? Sind Sie durch Ihre Erlebnisse in Afrika zu Bitcoin gekommen oder über Bitcoin zu Afrika?

Anita Posch: Letzteres. Ich bin zuerst zu Bitcoin gekommen. Ich war Raumplanerin und Städteplanerin und dann Webdesignerin und E-Commerce-Entwicklerin, hatte also mit Payment-Schnittstellen im Internet zu tun. 2017 habe ich endlich erkannt, wie toll Bitcoin als Werkzeug für diese Zwecke sein kann, aber auch, dass es Inklusion fördert und das derzeitige unfaire Finanzsystem verbessern kann. Ich hatte ein Naheverhältnis zu Simbabwe, weil eine Freundin viel Zeit dort verbringt. Daher habe ich mir gedacht, dass die Leute dort Bitcoin viel dringender brauchen als wir, weil sie kein funktionierendes Bankensystem und hohe Inflation haben. 2020 dachte ich, ich höre jetzt seit drei Jahren von Bitcoinern, wie Bitcoin gegen Inflation und Hyperinflation hilft, zum Beispiel in Ländern wie Simbabwe. Aber niemand von denen war jemals dort. Also habe ich mir gedacht, ich fahre dorthin und schaue mir an, wie das wirklich ist. Ich bin eine, die Dinge gern praktisch erfährt.

Was war das Überraschendste?

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