„Ausländer raus“

Sylt-Video: Ermittlungen nach rassistischen Gesängen auch in Niederösterreich

Ein Video soll ausländerfeindliches Gegröle auf dem Faschingsumzug in Mödling zeigen.
Ein Video soll ausländerfeindliches Gegröle auf dem Faschingsumzug in Mödling zeigen.IMAGO/IPA/ABACA
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Auf dem Faschingsumzug in Mödling soll „Ausländer raus!“ zur Melodie von Gigi D‘Agostinos „L‘Amour toujours“ gegrölt worden sein. Das Landesamts Staatsschutz und Extremismusbekämpfung ermittelt.

Nach dem Vorfall rund um rassistische Gesänge auf der deutschen Insel Sylt gibt es auch Ermittlungen um eine ähnlich gelagerte Causa in Niederösterreich. Konkret geht es um eine Videoaufnahme vom Mödlinger Faschingsumzug im Februar. Beamte des Landesamts Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LSE) seien nun damit befasst, sagte Polizeisprecher Johann Baumschlager am Mittwoch. Die Regierung verurteilte die Vorfälle scharf.

In dem Video wird auf einem Faschingsumzugswagen - wie auch auf Sylt - die Parole „Ausländer raus!“ zur Melodie von Gigi D‘Agostinos „L‘Amour toujours“ gegrölt. Geprüft wird nun, ob ein relevanter Tatbestand vorliegt. Gegebenenfalls werden Erhebungsschritte an die zuständige Staatsanwaltschaft gerichtet, sagte Baumschlager.

„Das ist nicht lustig“

Auch in Kärnten ermittelt die Polizei wegen ähnlicher Videos. Am Dienstag machten auf Social Media Videos die Runde, die aus zwei Nachtlokalen in Klagenfurt und Villach stammen sollen.

Die Regierungsparteien regierte am Mittwoch mit scharfer Kritik. Manche würden das Video aus Sylt zum Anlass nehmen, um das in lustiger Art zu verwenden und zu provozieren. Aber: „Das ist nicht lustig, das ist rassistisch und überschreitet die Grenzen des Wiederbetätigungsgesetzes“, betonte Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) nach dem Ministerrat. „Wir haben eine historische Verantwortung, uns von derartigen Umtrieben glasklar zu distanzieren“, so Rauch, das müssten auch die Nachgeborenen wissen. ÖVP-Klubobmann August Wöginger pflichtete seinem Grünen Koalitionspartner bei. „Das geht nicht, das darf keinen Platz haben“, sagte er. Diesen extremistischen Ansätzen sei auf allen Seiten entschieden entgegenzutreten.

Lied-Umdichtung nicht neu

Die ausländerfeindliche Umdichtung des über 20 Jahre alten Hits von Gigi D‘Agostino ist übrigens nicht erst durch Sylt populär geworden. In rechten Kreisen gibt es schon seit Jahren Textvarianten dieser Richtung. Auch in Österreich wurden immer wieder Vorfälle registriert. Anfang Februar sorgten Besucher einer Karaokebar in der Innsbrucker Innenstadt für Ärger.

D‘Agostino selbst stellte klar, dass in dem Lied ausschließlich um Liebe gehe. Es gehe „um ein wunderbares, großes und intensives Gefühl, das die Menschen verbindet. Es ist die Liebe“, sagte er dem „Spiegel“. (APA/red.)

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