Nahost-Konflikt

„All eyes on Rafah“: KI-generiertes Bild geht viral

Der Slogan „All eyes on Rafah“ findet sich auch bei propalästinensischen Demonstrationen.
Der Slogan „All eyes on Rafah“ findet sich auch bei propalästinensischen Demonstrationen.Reuters / Johanna Geron
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Mehr als 40 Millionen Mal wurde allein auf Instagram ein Bild geteilt, das Reihen von Zelten vor einer Berglandschaft zeigt. Es soll ursprünglich von einem Account in Malaysia stammen.

Im Hintergrund sind schneebedeckte Berge, auf der Ebene davor Reihen von Zelten, so weit das Auge reicht. „All eyes on Rafah“ steht darüber in Riesenlettern, ebenfalls in Form von Zelten. Dieses Bild wurde millionenfach geteilt, allein auf Instagram kommt es auf mehr als 41 Millionen Shares. Dazu kommen noch Tiktok und Co. Es ist offensichtlich, dass das Bild kein reales Foto ist – sondern es dürfte mit Künstlicher Intelligenz (KI) geschaffen worden sein.

Als Ursprung des Bildes, das binnen kurzer Zeit viral ging, gilt ein Account in Malaysia mit dem Namen shahv4012, in dessen Stories sich das so oft geteilte, aber auch ein Bild mit dem antisemitischen Slogan „From the River to the Sea“ findet.

Der Slogan „All eyes on Rafah“ geht vermutlich auf Äußerungen des Vertreters der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die palästinensischen Gebiete, Rik Peeperkorn, zurück. Er hatte mit diesen Worten im Februar vor den Folgen einer israelischen Offensive in der mit Geflüchteten überfüllten Stadt gewarnt.

Die internationale Kritik am israelischen Vorgehen in Rafah hatte sich in den vergangenen Tagen deutlich verschäft, nachdem bei einem verheerenden Luftangriff Israels am Sonntagabend in einem Flüchtlingslager etliche Menschen starben. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einem „tragischen Fehler“.

Promis teilten „All eyes on Rafah“-Bild

Zahlreiche pro-palästinensische Nutzer teilten das KI-Bild, aber auch Prominente. Darunter etwa „Bridgerton“-Star Nicola Coughlan, Model Bella Hadid oder „Heartstopper“-Hauptdarsteller Kit Connor. Auch auf X (ehemals Twitter) kursiert der Hashtag #AllEyesOnRafah. Darunter finden sich sowohl Bilder von Palästinensern, die bei dem israelischen Militäreinsatz in der Stadt getötet wurden, als auch Bilder von Opfern des Massakers der islamistischen Hamas in Israel am 7. Oktober 2023.

Zur Popularität des Slogans beigetragen hat auch der amerikanisch-palästinensische Popsänger Zach Matari, der es in seinen populären Tiktok-Videos benutzt hat.

Zuletzt gerieten Online-Plattformen wie Metas Facebook und Instagram, Elons Musks X sowie Tiktok nach Berichten über gefälschte Aufnahmen zum Gaza-Krieg ins Blickfeld der EU-Kommission. Meta wurde zudem vorgeworfen, Inhalte, die sich mit der Situation in Gaza auseinandersetzen, zu unterdrücken. (APA/dpa/Red.)

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