Exklusiver Club

Bilderberg-Treffen mit drei Österreichern in Madrid

Pamela Rendi-Wagner ist nicht zum ersten Mal dabei.
Pamela Rendi-Wagner ist nicht zum ersten Mal dabei. APA/ROLAND SCHLAGER
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Beim mythenumrankten Treffen geht es um globale Herausforderungen. Pamela Rendi-Wagner ist dabei, außerdem Robert Zadrazil und Gerhard Zeiler.

Rund 130 hochrangige Vertreter aus der Wirtschafts-, Politik- und Wissenschaftswelt Europas und der Vereinigten Staaten haben sich am Donnerstag zur 70. Bilderberg-Konferenz in Madrid versammelt. Auf der Teilnehmerliste stehen auch die ehemalige SPÖ-Chefin und Leiterin der EU-Gesundheitsbehörde ECDC, Pamela Rendi-Wagner, Medienmanager Gerhard Zeiler und Robert Zadrazil, der bis vor Kurzem Vorstandschef der Unicredit Bank Austria war. Die ehemalige Ministerin war übrigens bereits (zumindest) einmal dabei – vor ihrer Kür zur SPÖ-Chefin. Auch Medienmanager Gerhard Zeiler ist kein Neuling.

Der exklusive Club, dessen Konferenzen strenger Geheimhaltung unterliegen, will in der spanischen Hauptstadt bis zum Sonntag über verschiedenste Themen und Probleme beraten – wie Europas und Amerikas Wirtschaftsherausforderungen, die geopolitische und militärische Lage in der Ukraine und im Nahen Osten oder die US-Präsidentenwahlen im November sowie die am 9. Juni stattfindenden EU-Parlamentswahlen. Auch der Umgang mit Künstlicher Intelligenz oder der Klimawandel stehen auf der Tagesordnung.

Wer ist beim Bilderberg-Treffen dabei?

Seit 1954 versammeln sich jährlich rund 130 einflussreiche Persönlichkeiten aus Politik, Militär, Geheimdiensten, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien, Akademie und Adel aus Europa und den USA, um aktuelle Themen zu diskutieren. Neben dem niederländischen Premier Mark Rutte, dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb und Ministern zahlreicher EU-Staaten nehmen auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg und hohe EU-Politiker wie EU-Ratspräsident Charles Michel oder Nadia Calvino, Präsidentin der Europäischen Investitionsbank, an der Konferenz teil.

Der Bilderberg-Club behauptet, die Treffen seien informeller Natur. Kritiker vermuten jedoch, dass dort von einer Art „Weltregierung“ entscheidende Richtungen für die Zukunft festgelegt werden. Benannt ist die Konferenz nach ihrem ersten Tagungsort, dem Hotel „De Bilderberg“ im niederländischen Oosterbeek. Die Konferenz geht auf eine Initaitive des damaligen niederländischen Prinzen Bernhard zurück. Die Konferenz sollte damals Spaltungstendenzen in der westlichen Hemisphäre angesichts des Kalten Krieges entgegenwirken.

Bilderberger in Österreich

Mehrmals tagten die „Bilderberger“ auch in Österreich, zuletzt im Jahr 2015 in einem Hotel bei Telfs (Bezirk Innsbruck-Land). Ein Blick auf die Teilnehmerlisten der vergangenen Jahre zeigt, dass die Veranstalter ein gutes Gespür für die Weltführer von morgen haben. Neben „Elder Statesmen“ wie Henry Kissinger, Joschka Fischer oder Karel Schwarzenberg wurden nämlich immer wieder Oppositionspolitiker eingeladen, die wenig später Regierungschefs wurden. Etwa Margaret Thatcher (1977), Bill Clinton (1991), Tony Blair (1993), Alfred Gusenbauer (2002), Stephen Harper (2003), Angela Merkel (2005), Fredrik Reinfeldt (2006), Helle Thorning-Schmidt (2009), Erna Solberg (2011) oder Enrico Letta (2012). In Madrid ist heuer auch der deutsche Oppositionsführer Friedrich Merz dabei. (APA/red.)

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