EZB-Chefin Lagarde könnte mit dem Zinssenken diesmal schneller sein als die US-Notenbank Fed.
Geldpolitik

Die EZB prescht vor – und riskiert

Zinsen. Während die Fed zuwartet, plant Frankfurt für diese Woche die erste Zinsreduktion. Was die unterschiedliche Geldpolitik für Investoren bedeutet.

New York. Im April sprach Christine Lagarde den entscheidenden Satz. „Wir hängen von den Daten ab und nicht von der Fed“, sagte die Chefin der Europäischen Zentralbank, und damit war klar, dass die EZB ihren Leitzins bald wieder senken wird – unabhängig davon, was die US-Notenbank in Washington macht. Nun ist es so weit: Wenn sich die Währungshüter des Euroraums diese Woche in Frankfurt treffen, werden sie aller Voraussicht nach den Leitzins von 4,5 Prozent auf 4,25 Prozent reduzieren, während der Fed-Zinssatz in den Vereinigten Staaten wohl noch längere Zeit bei einer Spanne von 5,25 bis 5,5 Prozent verharren wird.

Damit betreten Lagarde und die EZB Neuland. Normalerweise prescht die Fed mit der Zinspolitik vor, und Frankfurt läuft hinterher. Im Zuge des rasanten Anstiegs der Inflation war es 2022 die Fed, die zuerst die Zinsen erhöhte, und auch im Vorjahr, als sich die Teuerung einzupendeln schien, war es die Fed, die sich zuerst für eine Pause entschied. Das Problem Lagardes ist es, dass die EZB sehr wohl von der Fed abhängt, egal, ob die Chefin das nun laut zugibt oder nicht.

Nur eine kleine Reduktion

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