Quergeschrieben

Ein Verbrecher als US-Präsident? Warum wir den Atem anhalten sollten

Der 30. Mai 2024 ist ein historischer Tag für Amerika, eine Bewährungsprobe für die Demokratie oder der Beginn eines zivilen Gewaltausbruchs.

Wer später auf die Zeit Ende Mai 2024 zurückblicken wird, wird erkennen, mit welchen kleingeistigen und – aufs Ganze gesehen – unbedeutenden Themen sich Österreich herumgeschlagen hat, wird vielleicht genau wissen, wo er/sie um 23.03 Uhr, 17.03 Uhr Ortszeit, am 30. Mai war, als zum ersten Mal in der Geschichte ein ehemaliger US-Präsident in 34 Fällen des Verbrechens schuldig gesprochen worden ist. Ein Ereignis, das auch Österreich direkt betreffen wird, je nachdem, ob es den schlimmsten geopolitischen „Unfall“ ankündigt oder den Beweis liefern wird, dass die Demokratie doch allen vorhergesagten Angriffen standgehalten hat.

Zur Abwechslung das Positive zuerst: Das Rechtssystem der Vereinigten Staaten in Gestalt der zwölf Geschworenen hat ein eindeutiges Urteil gesprochen, wenn auch kein endgültiges. Donald Trump kann, wird und darf den Rechtsweg beschreiten. Die Punze „Verbrecher in 34 Fällen“, wenn auch nicht sehr bedeutender, wird er nicht mehr los. Er kann den Obersten Gerichtshof in dieser Causa und auch nach der Wahl am 5. November anrufen, sollte sie zu knapp ausgehen. Es wäre nicht das erste Mal, dass der Supreme Court die Präsidentschaft bestimmt. Man erinnere sich nur an George W. Bush vs. Al Gore 2000. Damals hat jedoch Gore aus Rücksicht auf die Nation seinen Widerstand gegen die Wahl Bushs aufgegeben und einer „friedlichen Machtübergabe“ den Weg geebnet.

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