Neos-Vorschlag

Karas als EU-Kommissar? „Stehe zur Verfügung, wenn ich gestalten kann“

Othmar Karas, Erster Vizepräsident des Europäischen Parlaments
Othmar Karas, Erster Vizepräsident des Europäischen ParlamentsAPA / APA / Eva Manhart
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Wer folgt Johannes Hahn als EU-Kommissar? Um die letzte große Besetzung von Türkis-Grün herrscht Gezerre. Nun bringen die Neos Othmar Karas ins Spiel – der sich auf „Presse“-Anfrage durchaus interessiert an der Funktion zeigt.

An sich ist die Sache im Sideletter des türkis-grünen Koalitionspaktes klar geregelt: Sebastian Kurz und Werner Kogler einigten sich vor viereinhalb Jahren darauf, dass die ÖVP nach der Europawahl 2024 den österreichischen EU-Kommissar aussuchen darf.

Noch ist Insidern zufolge allerdings immer noch keine Entscheidung gefallen. Wie die „Presse“ bereits im Frürhjahr berichtete, sind die türkisen Minister Karoline Edtstadler und Finanzminister Magnus Brunner Favoriten für den EU-Topjob. Und die Kür erfolgt in letzter Minute der Koalition: Nach der Wahl des neuen EU-Parlaments muss dieses erst einmal einen Kommissions-Chef wählen; die Zusammenstellung eines Kommissions-Teams könnte sich bis in den Herbst ziehen. Hat sich die türkis-grüne Regierung erst dann auf einen Kommissar geeinigt, muss dieser erst noch vom Hauptausschuss des Nationalrates bestätigt werden. Allein: Umfragen zufolge wird Türkis-Grün die für die Kür des Wunschkandidaten nötige Mehrheit im Hauptausschuss mit der Wahl im Herbst verlieren.

Kaum Chancen für Karas

Vor diesem Hintergrund bringt Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger nun einen Kompromisskandidaten ins Spiel – wenn auch mit derzeit äußerst geringen Erfolgsaussichten: Sie schlug im Gespräch mit der APA vor, den derzeitigen Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments, Othmar Karas (ÖVP), als künftigen heimischen EU-Kommissar zu nominieren. „Othmar Karas ist ein über die Parteigrenzen anerkannter Europapolitiker und lupenreiner Europäer“, so Meinl-Reisinger über den 66-Jährigen, dessen Mitarbeiterin sie einst war.

Karas will „gestalten“

Auf „Presse“-Anfrage sagt Karas jedenfalls nicht Nein: „Ich freue mich, dass meine Arbeit und die ehrliche parteiübergreifende Zusammenarbeit so wertschätzend anerkannt wird“, so Karas zur Wortmeldung Meinl-Reisingers. Vorstellen könnte er sich die Rolle als Kommissar offenbar durchaus: „Ich habe immer gesagt, dass ich für Aufgaben zur Verfügung stehe, die einen Sinn machen und mit denen ich gestalten kann“, erklärt Karas. Er verweist jedoch darauf, dass eine Mehrheit im Hauptausschuss des Nationalrates vonnöten sei. „Wir werden sehen, wie die anderen Parteien mit der Frage umgehen.“

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