Rohstoffe

Was will uns die Opec mit dieser Entscheidung sagen?

Die Opec will heuer wieder mehr Öl fördern. Allerdings nur graduell.
Die Opec will heuer wieder mehr Öl fördern. Allerdings nur graduell. Andrey Rudakov/Bloomberg
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Die Opec hat in Riad am Sonntag nicht nur die Aufhebung von Förderkürzungen bekannt gegeben, sondern auch deren Verlängerung. Damit sendet sie nicht gerade eindeutige Signale.

Um 20 Prozent nach oben und dann wieder um zwölf Prozent nach unten. Der Ölpreis hat in diesem Jahr eine durchaus bewegte Berg- und Talfahrt hinter sich. Und eine solche wohl auch noch vor sich. Denn das Ölkartell Opec+ hat im Rahmen seiner erweiterten Runde am Sonntag einerseits die Verlängerung von Produktionskürzungen beschlossen, aber auch deren langsames Auslaufen. Der Ölpreis reagierte am Montag jedenfalls kaum und hielt sich bei rund 80 Dollar für ein Fass der Sorte Brent. Ein Fass kostet damit so viel wie schon zu Jahresanfang.

Allerdings laufen bei der Opec+ derzeit mehrere Förderkürzungen parallel. Für den Markt zunächst relevant sind vor allem die Förderkürzungen im Umfang von 2,2 Mio. Barrel pro Tag, die in erster Linie von Saudi-Arabien und Russland getragen werden und die seit dem November des Vorjahres bestehen. Die schwache Nachfrage veranlasste die Förderer damals, auf die Bremse zu treten, um den Ölpreis zu stabilisieren.

Diese Vereinbarung wäre nun im Juni ausgelaufen und wird auch im dritten Quartal noch bestehen bleiben. Doch ab Oktober wird dem Markt wieder mehr Öl zur Verfügung stehen. Denn die Opec+, genauer gesagt jene Mitglieder, die an dieser freiwilligen Förderkürzung teilnahmen, werden die Drosselung dann in den darauffolgenden zwölf Monaten sukzessive zurückfahren. Das bedeutet also, dass ab Oktober 2024 wieder mehr Öl auf den Markt kommen wird. Den amtierenden US-Präsidenten Joe Biden wird das wohl freuen. Denn am 5. November sind die US-Bürger dazu aufgerufen, ein neues Staatsoberhaupt zu wählen. Und niedrige Ölpreise sind für die Amerikaner wichtig, weil weite Teile der Bevölkerung auf das Auto angewiesen sind.

Dieselnachfrage auf Tief

Doch es ist nicht sicher, dass die Opec an ihrem nun ausgegeben Pfad zwingend festhalten muss. „Wir werden unseren vorsichtigen und präventiven Ansatz beibehalten“, erklärte der saudische Energieminister Prinz Abdulaziz bin Salman nach dem Treffen gegenüber Reportern. Dazu gehöre auch die Möglichkeit, das Auslaufen der Kürzungen zu pausieren oder sogar rückgängig zu machen.

Da auch den Vereinigten Arabischen Emiraten zugestanden wurde, im kommenden Jahr mehr Öl zu fördern (300.000 Barrel pro Tag) würde das den Preis noch zusätzlich unter Druck setzen. Die VAE hatten in den vergangenen Jahren in neue Ölprojekte investiert und lagen schon seit längerem in Clinch mit den Saudis wegen seiner Fördermengen.

Doch gleichzeitig ist die Ölnachfrage nicht gerade stark. Erst am Montag wurde bekannt, dass etwa die US-Nachfrage nach Diesel im März des heurigen Jahres auf ihr niedrigstes saisonales Niveau seit 26 Jahren gefallen ist, was auch eine Abschwächung der Wirtschaft widerspiegelt.

Die Entscheidung des Kartells, die Rohölproduktion generell weiterhin um 1,65 Mio. Barrel zu drosseln, bleibt allerdings bestehen und wurde sogar bis Ende 2025 verlängert. Die Opec Plus fördert rund 39 Mio. Barrel täglich.

Zuletzt hatte die Opec einen Anstieg der weltweiten Ölnachfrage um 2,2 Millionen Barrel für 2024 prognostiziert.

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