Sachbuch

Was ist eigentlich so toll am Leben im Hotel?

Eingecheckt im Niemandsland: „Western Motel“ von Edward Hopper (1957).
Eingecheckt im Niemandsland: „Western Motel“ von Edward Hopper (1957).Getty
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Viele Autoren wohnten ständig in Hotelzimmern, Musiker zertrümmern sie: Marion Löhndorf erkundet in einem schönen Buch die seltsame Faszination einer unsteten Lebensform.

Ein Hotel ist im Prinzip nicht viel anders als eine Strafanstalt oder ein Spital: eine Durchgangsstätte für die Unterbringung auf Zeit, mit kleinen Kammern, deren Mittelpunkt eine Schlafstatt ist. Dazu Insassen, die der Zufall an einem Ort zusammenführt. Was ist eigentlich so toll daran, sich in anonymen Räumen einzunisten und in ein Bett zu steigen, das schon Tausende benutzt haben, wir wollen gar nicht wissen, wie und wozu? Auch solche bangen, bohrenden Fragen stellt sich Marion Löhndorf in ihrem schönen Büchlein „Leben im Hotel“, das jüngst im Verlag zu Klampen erschienen ist. Bang und bohrend, weil die deutsche Kulturpublizistin Hotels liebt und das Objekt ihrer Leidenschaft lang bedroht sah. Vor allem durch Airbnb: Viele lockt die Illusion, in einer „echten“ Wohnung das „wahre“ Leben der Ortsansässigen zu führen – auch um den Preis, „als Selbstversorger die Mühen des Alltags keineswegs hinter sich zu lassen“.

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