Bildung

Wenn Texte von Schülern plötzlich zu perfekt sind

Die Maturanten sollen künftig wieder selbst entscheiden können, ob sie eine VWA schreiben oder nicht.
Die Maturanten sollen künftig wieder selbst entscheiden können, ob sie eine VWA schreiben oder nicht.Kevin Mohatt
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Nach der Ankündigung des Bildungsministers, die Matura wegen der künstlichen Intelligenz abwandeln zu wollen, ist die Debatte über den Einsatz im Bildungsbereich voll im Gange. Die Lehrer sind geteilter Meinung.

Wien. Bildungsminister Martin Polaschek wurde in den vergangenen Jahren oft Untätigkeit vorgeworfen. Nun, zum Ende der Legislaturperiode, ist er dabei, einiges anzustoßen. Nachdem er diese Woche zunächst ein Entlastungspaket vorgestellt hat, mit dem sich Lehrer wieder mehr auf das Unterrichten konzentrieren sollen, schlug er am Dienstag vor, dass die Vorwissenschaftlichen Arbeiten (VWA) im Zuge der AHS-Matura künftig nur noch freiwillig zu schreiben sein sollen. Als Grund für diesen Vorstoß nannte Polaschek die „rasanten Entwicklungen“ im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI). Salopp gesagt: Weil man kaum mehr unterscheiden könne, ob eine Arbeit von einem Menschen oder der KI verfasst ist, könne man das verpflichtende Verfassen auch gleich ganz sein lassen.

Die entsprechende Gesetzesänderung will Polaschek noch vor dem Sommer durchbringen, gelten soll das Ganze dann schon ab dem kommenden Schuljahr. Da gibt es nur ein Problem: Der grüne Koalitionspartner ist von der Idee nicht so recht zu begeistern, die Zustimmung dazu ist nicht fix. Einfach die Verpflichtung zur VWA zu streichen ist laut der Bildungssprecherin der Grünen, Sibylle Hamann, nicht sinnvoll. Sie könne sich aber etwa ein eigenständiges kleines Forschungsprojekt statt des derzeit vorherrschenden Aufarbeitens und Zusammenfassens von Fachliteratur vorstellen.

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