Forschungsfrage

Warum macht Schokolade süchtig?

Schokolade ist nur eine der möglichen Fallen für eine Esssucht: Alles, was viel Dopamin freisetzt, macht rascher süchtig.
Schokolade ist nur eine der möglichen Fallen für eine Esssucht: Alles, was viel Dopamin freisetzt, macht rascher süchtig.APA / Jens Büttner
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Zu viel Zucker kann das Dopaminsystem im Gehirn durcheinanderbringen und in eine folgenschwere Abhängigkeit führen.

„Wenn ich nur aufhör’n könnt!“, wirbt ein Hersteller schokoladeüberzogener Kekse für sein Produkt. Auf manche mag der Slogan jedoch fast wie ein Fluch wirken: Denn bei Esssüchtigen endet die Sehnsucht nach Süßem nie.

»Man isst, um bittere Gefühle zu vermeiden.«

Gabriele Fischer

Suchtexpertin

„Schokolade ist eine sehr kohlenhydratreiche Substanz. Als solche hat sie eine spezielle Interaktion mit unserem Belohnungs- und Lustsystem im Gehirn, das aktiv ist, wenn wir glücklich sind“, sagt Gabriele Fischer, Leiterin der Drogenambulanz der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Med-Uni Wien. Während sich die meisten jedoch satt fühlen, wenn sie genug gegessen haben, können Menschen mit Esssucht nicht mehr aufhören: „Sie müssen immer häufiger und immer größere Mengen zu sich nehmen, um dieses kurzfristige ,Glücksgefühl‘ zu erzielen.“ Das liegt an einer Fehlregulation im Dopaminsystem im Gehirn: „Man isst, um bittere Gefühle zu vermeiden.“

Im Teufelskreis gefangen

„Die klinische Symptomatik gleicht allen anderen Suchterkrankungen“, sagt Fischer. Unterbindet man die Zufuhr, kommt es zu ähnlichen Mustern, etwa Gereiztheit. Betroffene bleiben – trotz negativer Folgen wie Übergewicht, Diabetes oder Bluthochdruck und Stimmungsstörungen wie Depressionen – in diesem Teufelskreis.

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