Wien

Musik, Tanz – und Gedenken: Erstes Jüdisches Straßenfest seit dem 7. Oktober

Das Fest findet am Sonntag ab 14.30 Uhr auf dem Wiener Judenplatz statt.
Das Fest findet am Sonntag ab 14.30 Uhr auf dem Wiener Judenplatz statt. IKG/Christine Schmidl
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Am Sonntag findet erstmals seit dem Überfall der Hamas das Jüdische Straßenfest statt. Zu Gast sind auch ehemalige Geiseln und Angehörige von Menschen, die weiterhin gefangen sind.

Es ist die größte Veranstaltung des Jahres, jene, mit der die Israelitische Kultusgemeinde ihre Bereitschaft zeigen will, sich nach außen hin zu öffnen – auch wenn man ihr genau das immer wieder schwer macht: Das Jüdische Straßenfest auf dem Judenplatz.

Am Sonntag findet es zum ersten Mal seit dem 7. Oktober wieder statt, und ganz so wie in den vergangenen Jahren wird es nicht werden: Zu Gast sind diesmal auch Angehörige von Geiseln, die immer noch im Gazastreifen gefangen gehalten werden, sowie Menschen, die selbst in Gefangenschaft der Hamas waren und die beim Fest ihre Eindrücke schildern werden.

Bucharische Folklore bis Fusion Food

Ein Kontrast zu dem sonst sehr freudigen Charakter des Fests, den es aber auf jeden Fall geben werde, wie es aus der Kultusgemeinde heißt: Mit Essen (von jüdisch-europäischer Küche bis zu israelischem Fusion Food), Musik (von Klezmer über bucharische Folklore mit Trommeln, Trompeten und eindrucksvollen Gewändern bis zu zeitgenössischem Pop) und Tänzen, bei denen die Besucher eingeladen sind, mitzumachen.

Rekordzahl an Ständen

In Summe gibt es eine Rekordzahl von 48 Ständen, darunter jene von 30 verschiedenen jüdischen Organisationen, die sich vorstellen: Jugend-, Sport- und Wohltätigkeitsvereine und Synagogen der bucharischen, aschkenasischen und sephardischen Gemeinden. Für Kinder gibt es u. a. eine Schminkstation und eine Hüpfburg.

Eintritt mit Lichtbildausweis

Aus Sicherheitsgründen gibt es für das Fest am Judenplatz wie schon in der Vergangenheit Zugangskontrollen. Der Eintritt ist frei, Besucher werden gebeten, einen Lichtbildausweis mitzubringen. Einlass ist ab 14.30 Uhr; ab 15 Uhr sprechen u. a. der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig und IKG-Präsident Oskar Deutsch. Erwartet werden auch Stadtrat Peter Hacker (SPÖ), Bezirksvorsteher Markus Figl (ÖVP) sowie Vertreterinnen und Vertreter der Bundesregierung und der Opposition.

Deutsch: Zeichen für Demokratie

„Das Straßenfest ist eine der besten Gelegenheiten, die jüdische Gemeinde in all ihren Facetten kennenzulernen“, sagt IKG-Präsident Oskar Deutsch. „Gerade nachdem wir seit dem 7. Oktober einen explosionsartigen Zuwachs an antisemitischen Übergriffen erlebt haben, setzen wir am Sonntag ein Zeichen für Vielfalt und Demokratie. Wir lassen uns nicht unterkriegen, feiern Sie mit uns!“

Eigene Fundraising-T-Shirts

In der Kultusgemeinde erwartet man auf jeden Fall ein „bewegendes Fest“. Womöglich, je nach Wetter, werde es ein „Dancing in the rain“. Getanzt, versichert man, werde auch in Zukunft: Verkauft werden, in Anspielung auf den 7. Oktober, Fundraising-T-Shirts mit dem Slogan „We Will Dance Again“.

Web: www.ikg-wien.at/das-juedische-strassenfest

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