Quergeschrieben

Stell dir vor, es ist eine Wahl, und fast alle gehen hin

Warum in Zeiten wie diesen die Wahlbeteiligung so ungemein wichtig ist und die FPÖ ihre Gegner und Kritiker als „nützliche Idioten“ einschätzen könnte.

Wenn man sich von der Wahl zum EU-Parlament am Sonntag etwas wünschen sollte, dann dies: Die Beteiligung möge über den 59,8 Prozent von 2019 liegen. Es wäre ein Zeichen, dass in Österreich verstanden wurde, wie wichtig gerade in diesen Zeiten die Teilnahme an demokratischen Prozessen ist; dass vor allem den 16-jährigen Erstwählern das Wählen als Privileg und nicht als lästige Pflicht vermittelt werden konnte. Demokratie stirbt auch an Bequemlichkeit.

Man sollte mit den Jungen die verschiedenen Wege zu einer Wahlentscheidung deklinieren: Die Stimme kann einer Partei zugutekommen, weil ihre Vorschläge überzeugen. Sie kann aber auch personalisiert abgegeben werden, weil den einzelnen Vertreterinnen und Vertretern auf der Parteiliste vertraut wird. Man kann sich für das kleinere Übel entscheiden. Oder man kann strategisch wählen: Man stärkt eine Partei, um sie in die Lage zu versetzen, eine andere in die Schranken zu weisen. Auch ein weißer Stimmzettel geht. Er hat auf das Ergebnis keine Auswirkung, aber auf die Wahlbeteiligung. Es gibt also die Wahl in der Wahl und nicht nur das österreichische „Is‘ eh wurscht“.

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