Formel 1

Verstappen siegt in einem turbulenten Grand Prix von Kanada

Max Verstappen stemmt die Trophäe in Kanada nach einem wahren Kraftakt.
Max Verstappen stemmt die Trophäe in Kanada nach einem wahren Kraftakt.APA / AFP / Charly Triballeau
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Max Verstappen siegt im Red Bull. Was nach dem Formel-1-Grand-Prix in Kanada wenig überraschend klingt, war laut Rennverlauf alles andere als klar. Warum Lando Norris (McLaren) und George Russell (Mercedes) nur knapp das Nachsehen hatten – und welches Fiasko Ferrari in Montreal erlebte.

Red-Bull-Star Max Verstappen hat den sechsten Formel-1-Sieg in diesem Jahr und seinen insgesamt 60. Grand-Prix-Erfolg gefeiert und die WM-Führung damit weiter ausgebaut. Der Niederländer gewann am Sonntag den turbulenten und teilweise verregneten neunten Saisonlauf in Kanada knapp vor Lando Norris im McLaren und Mercedes-Pilot George Russell, der seinen Teamkollegen Lewis Hamilton im Finish überholte. Für Mercedes war es in Montreal der erste Podestplatz in dieser Saison.

An Ferrari lief das Rennen komplett vorbei. Carlos Sainz und Monaco-Sieger Charles Leclerc schieden frühzeitig aus, nachdem sie nur hinterhergefahren waren. Knapp nach der Halbzeit war Leclerc schon überrundet worden. Auch Sergio Perez musste nach einem Einschlag mit dem Heck seines Red Bull aufgeben.

„Ein ziemlich verrücktes Rennen“

Für seinen Teamkollegen gab es nach dessen sechsten Platz in Monte Carlo jedoch wieder Anlass zum Feiern. „Ein ziemlich verrücktes Rennen, in dem viel passiert ist, und wir mussten mit unseren Entscheidungen aufpassen“, sagte Weltmeister Verstappen. „Diese Art von Rennen braucht man ab und zu. Es hat viel Spaß gemacht da draußen.“ Norris nannte den Grand Prix „chaotisch“ und „ereignisreich“. „Ich hatte das Gefühl, dass ich von Anfang bis Ende ein gutes Rennen gefahren bin. Ich hatte eine unglaubliche Pace“, meinte der Brite, der am Ende 3,8 Sekunden hinter Verstappen lag.

Der Start war schon auf nasser Strecke erfolgt, in den ersten vier Runden intensivierte sich der Schauer noch. Da die Haas-Boliden von Kevin Magnussen und Nico Hülkenberg als Einzige mit Regenreifen ausgestattet waren, pflügten sie in dieser Phase durch das Feld. In der 4. Runde war Magnussen Vierter hinter Pole-Setter Russell, Verstappen und Norris, während Hülkenberg als Achter herumkurvte. Anschließend stoppte der Regen vorübergehend und die Strecke trocknete auf.

Ein Safety Car ändert alles

Verstappen schaffte es – auch wegen eines kurzen Ausritts, der fast zwei Sekunden kostete – lange nicht, vor Russell zu kommen. Stattdessen rauschte Norris in der 21. Runde mit DRS-Unterstützung an ihm vorbei und schnappte sich am Ende des Umlaufs auch Russell. In derselben Szene überholte auch Verstappen den Mercedes-Mann und war dadurch wieder Zweiter. Norris war auf und davon – allerdings nur bis zur 25. Runde, als das Safety Car auf den Circuit Gilles-Villeneuve fuhr, um den Williams von Logan Sargeant zu bergen.

Auf regennassem Asphalt tat sich Charles Leclerc im Ferrari sichtlich schwer.
Auf regennassem Asphalt tat sich Charles Leclerc im Ferrari sichtlich schwer.Reuters / Mathieu Belanger

Während sich Verstappen und Russell sofort zum Reifenwechseln an die Box bewegten, war Norris schon am Boxeneingang vorbei und kam nach seinem gezwungenerweise späteren Stopp hinter den beiden wieder raus. Danach kontrollierte Verstappen - unbeeindruckt von einem weiteren Regenschauer - das Geschehen. Nach einer neuen Runde an Boxenstopps hatte der drittplatzierte Norris virtuell eine Position gewonnen, indem er als Zweiter hinter dem Weltmeister zurückkehrte. Russell verspielte am Ende nach einer weiteren Safety-Car-Phase auch seinen dritten Platz, holte ihn sich gegen Hamilton aber zurück.

„Um ehrlich zu sein, fühlt es sich wie eine verpasste Chance an“, meinte der Brite nachher. „Wir hatten zu Beginn eine gute Pace auf den Intermediate-Reifen, haben aber ein paar Fehler gemacht, als wir ans Limit gingen. Wieder dabei zu sein und um den Sieg zu kämpfen, das ist es, worum es in der Formel 1 geht. Wir werden alles Positive aus diesem Rennen mitnehmen, das Podium, die Pole.“

Ein silberner Traum

Mercedes-Teamchef Toto Wolff sagte, der zweite Platz sei drinnen gewesen. Das Tempo von Russell vor dem zweiten Safety Car sei hoch gewesen, dann sei ihm ein Fahrfehler unterlaufen. „Das war vielleicht ein paar Minuten träumen, dass das möglich ist, aber dann war es auch wieder vorbei“, meinte der Wiener bei ServusTV. „Die Fahrer haben einen super Job gemacht, andererseits lasst du ein bisschen Zeit liegen.“

Verstappen liegt vor dem Großen Preis von Spanien in Montmelo am 23. Juni in der WM-Wertung bereits 56 Punkte vor Leclerc. Dritter ist Norris, ihm fehlen 63 Punkte auf den Spitzenreiter. Russell und Hamilton sind Siebenter respektive Achter im Klassement. (APA)

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