Susanne Rosza leitet das Joseph Haydn Realgymnasium im fünften Wiener Gemeindebezirk. Die Wienerin trifft die schulrelevanten Entscheidungen.
Pride Month

Regenbogenfahne: »Abwarten, wie lange sie noch hängt«

Viele Schulen schmücken sich im Juni mit Regenbogenfahnen. Damit soll ein Zeichen für Toleranz gesetzt werden. Doch wie sieht der Umgang mit dem Pride Month in den Klassenräumen aus?

Sie sind aus dem Stadtbild kaum noch wegzudenken. Bunt gestreifte Fahnen wehen, vorwiegend im Juni, im Winde des Wiener Beckens von den Schulfassaden herab. Was nach außen eine eindeutige Botschaft sendet, entspricht oft nicht den internen Gepflogenheiten. So fühlen sich viele Schüler und auch Passanten davon provoziert. Ihnen widerstrebt, sich mit Minderheiten solidarisch zu zeigen. „Wir haben die Fahne vor wenigen Tagen angebracht. Nun bleibt abzuwarten, wie lange sie dort hängt. Ich gehe nicht davon aus, dass sie den ganzen Monat lang unbeschädigt bleibt“, sagt Susanne Rosza. Die Direktorin des Josef Haydn Realgymnasiums in Margareten weiß um das Konfliktpotenzial in dem Bezirk Bescheid. „Wir sind ein Ort der Multikulti-Begegnungen. Auch im Schulgebäude treffen, mit einem bezirksmäßig hohen Ausländeranteil, divergente Werte und Haltungen aufeinander.“

Haltung bewahren möchte sie indes durch den ungebrochenen Willen, nicht nur ein oberflächliches Zeichen nach außen zu setzen. „Die Flagge alleine reicht nicht aus. Das wäre blinder Aktionismus. Wir haben einen Tag, den 17. Juni, auserkoren, um unsere Unterrichtsstunden zum Thema Toleranz zu gestalten.“ Die Themenwahl sei einer Initiative der Schüler entsprungen. Sie haben die Arbeitsgemeinschaft Courage gegründet. Auch, um Diskriminierung entgegenzuwirken.

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